Jeden Tag trifft eine große Menge Energie in Form von Sonnenlicht auf die Erde. Zwar gibt es bereits Wege, diese Energie mit Hilfe von Solarzellen auch in für uns nutzbare Energie umzuwandeln, aber ein Großteil davon geht verloren. In der Nähe von Köln entstand in den letzten Monaten die weltweit größte „künstlichste Sonne“ aus Scheinwerfern. Diese soll für Experimente genutzt werden, die die weitere Nutzbarkeit von Sonnenenergie eruieren sollen.


Foto: DLR

10.000 Mal so hell wie die Sonne

Die experimentelle künstliche Sonne entstand im Rahmen eines Projektes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Aufgebaut ist die Ansammlung von 149 großen Scheinwerfern in Jülich in der Nähe von Köln. Jeder dieser Scheinwerfer erreicht etwa die 4000-fache Leistung einer normalen Glühbirne.

Wenn die Anlage eingeschaltet wird, generiert sie Licht, das etwa 10.000 Mal so intensiv ist wie das Sonnenlicht, das die Erde erreicht. Wird das Licht der Scheinwerfer auf einen Punkt konzentriert, so werden Temperaturen von bis zu 3500 Grad Celsius erreicht.


Günstig ist dieser Aufbau nicht. In vier Stunden verbraucht die Anlage etwa so viel Energie wie ein vierköpfiger Haushalt im Jahr benötigt, und die Konstruktion verschlang etwa 3,5 Millionen Euro. Und ganz harmlos ist die Geschichte auch nicht: „If you went in the room when it was switched on, you’d burn directly„, erklärt Bernard Hoffschmidt vom DLR gegenüber dem Guardian.Um die Gefahren zu minimieren, ist Synlight in einer Strahlungsschutzkammer aufgebaut.

Synlight soll Methoden zur Wasserstoff-Gewinnung entwickeln

Mit dem Synlight-Experiment wollen die Forscher den Weg zu mehr sauberer und effizienter Energie in der Zukunft ebnen. Als erstes wollen sie untersuchen, wie sie das Licht am besten für die Gewinnung von Wasserstoff nutzen können. Wasserstoff gilt neben elektrischer Energie als Treibstoff für die Autos der Zukunft. Das Problem: Die Gewinnung ist nur unter hohem Energieaufwand nötig, der heute noch zu großem Teil aus klassischen Quellen befriedigt wird, was Wasserstoff zwar zu einem sauberen Treibstoff macht, dessen Gewinnung aber teuer und nicht gerade umweltfreundlich ist. Das Team des DLR hofft, dies ändern zu können. „e’d need billions of tonnes of hydrogen if we wanted to drive airplanes and cars on CO2-free fuel. Climate change is speeding up so we need to speed up innovation„, so Hoffschmidt weiter. Synlight wäre damit eines von mehreren Projekten, die daran arbeiten, saubere und effiziente Methoden zur Gewinnung von Wasserstoff zu entwickeln.

In Zukunft könnte die Anlage auch dazu genutzt werden, die Haltbarkeit von Bauteilen für Raumschiffe zu testen. Mit Synlight steht in Jülich also ein Aufbau, der nicht nur neue Wege zur Wasserstoff-Gewinnung erforschen soll, sondern irgendwann auch einen wichtigen Beitrag im Bereich Raumfahrt leisten kann.

via Phys.org

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