Aus Holz lassen sich wunderbar Möbel bauen, aber auch Wohngebäude und sogar Fahrräder konstruieren. Technische Produkte bestehen eher selten aus dem nachwachsenden Rohstoff, vor allem dann nicht, wenn diese transparent sein müssen. Doch dies wird sich wahrscheinlich bald ändern, denn nun kommt das neue, durchsichtige Holz ins Spiel!


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Halbleiterchip aus transparentem Holz / Foto: Yei Hwan Jung, Wisconsin Nano Engineering Device Laboratory

Biologisch abbaubare Halbleiterchips aus Cellulose-Nanofasern

Holz vereint wirklich eine Menge Vorteile auf seiner Seite: Es handelt sich um einen natürlichen, nachwachsenden Rohstoff, der relativ günstig zu haben und leicht zu bearbeiten ist. Außerdem baut sich das Material auf ökologisch schonende Weise ab. Darum wäre es eine wirklich gute Idee, die Einsatzmöglichkeiten zu erweitern, zum Beispiel auf Solarzellen, Fensterscheiben und Computerchips. Neueste Forschungen streben genau in diese Richtung: An der University of Wisconsin-Madison entwickelten Wissenschaftler beispielsweise biologisch abbaubare Halbleiterchips mit einer Trägerschicht aus flexiblen, transparenten Cellulose-Nanofasern, die aus dem Rohstoff Holz hergestellt werden. Einen solchen Chip könnte man theoretisch im Wald entsorgen, erklärt der mit diesem Projekt befasste Ingenieur Zhenqiang Ma. Dort würden die Pilze ihn auf natürliche Weise zersetzen. Ein schöner Gedanke, wenn man bedenkt, dass allein 2014 weltweit 41.8 Millionen Tonnen nicht abbaubarer Elektronikmüll angefallen sind!

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Solarzellen aus Holz liefern echten grünen Strom.

Durchsichtiges Holz für die Massenproduktion von Solarzellen

Doch es geht noch besser: An der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm hat der Forscher Lars Berglund mit seinem Team ein massenproduktionstaugliches Material entwickelt, das sogar für Solarzellen und Fenster genutzt werden kann. Es handelt sich um von Lignin befreites Holz, das mit einem transparenten Polymer behandelt wurde und eine rekordverdächtige Lichtdurchlässigkeit von 85 % erreicht. Ein ideales Material, um energiesparende Gebäude damit auszustatten! Und wenn die durchsichtigen Bauelemente einmal entsorgt werden müssen, gibt es kein Problem mehr mit Sondermüll und unverrottbaren Stoffen. Dies ist eine Entwicklung, die es lohnt, im Auge zu behalten!



Quellen: sciencealart.com, pubs.acs.org

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