Menschen sind im Grunde reine Naturwesen, dementsprechend stark sprechen Körper und Seele auf unser ursprüngliches Umfeld an: Heilsame Kräfte werden beispielsweise bei einem Waldspaziergang freigesetzt, in Körper und Seele zugleich. Der »Shinrin yoku«-Trend aus Japan geht sogar noch weiter, er leitet nicht nur zum entspannten Flanieren, sondern zum »Waldbaden« ein.


Die Trennung von der Natur setzt dem Menschen zu / Foto: Yvonne Salmen

Sekundäre Pflanzenstoffe in der Luft beleben das Immunsystem

Beim Waldbaden atmen die Spaziergänger die heilsame Luft ganz bewusst ein und aus, um möglichst viele der wichtigen sekundären Pflanzenstoffe aufzunehmen. Mittels Atemübungen erlernen sie die richtige Inhalation, um sie dann vor Ort im Grünen anzuwenden. Der Biologe Clemens Arvay hat sogar bereits einige Bücher über den sogenannten »Biophilia-Effekt« geschrieben und pocht darauf, dass der intensive Kontakt mit der Natur eine erstaunlich heilsame Wirkung entfaltet. Nicht nur die Lunge dient dabei als Aufnahmeorgan für gesundheitsfördernde Substanzen, auch die Haut versorgt unseren Körper mit natürlicher Medizin: Mittels Laboruntersuchungen wurde bereits nachgewiesen, dass sich im menschlichen Blut nach Waldspaziergängen krebsbekämpfende Proteine bilden, ganz ohne dabei eine besondere Atemtechnik durchzuführen. Doch kann man wirklich davon sprechen, dass es uns im Wald besser geht?

Einmal in der Natur baden gefällig?


Wichtiger Hinweis: Ein Video ersetzt nicht das reale Erlebnis! Als einfach mal raus und selbst spüren …

Die Trennung von der Natur macht uns zu schaffen

Im Grunde, so meint Arvay, sei es nämlich genau andersherum: Die Trennung von der Natur macht uns zu schaffen, schadet dem Immunsystem und regelt die Abwehr herunter. Im Wald pirschen wir uns langsam wieder an den Normalzustand heran, die Gesundheit balanciert sich wieder aus. Nicht nur deshalb ist es fundamental wichtig, Wälder vor allem auch in der Nähe von Städten und Siedlungen zu schützen und möglichst sogar neue anzulegen. Brachliegende Flächen sollten besser nicht versiegelt und bebaut werden, sondern die Kommunen sind gefragt, aus ihnen Waldgebiete zu formen. So erhalten möglichst viele Menschen einen direkten Zugang zur Natur und können sich kostenlos auf dem natürlichsten Wege regenerieren. Ganz nebenbei bereitet das Waldbaden auch echtes seelisches Wohlbehagen, es baut Stress ab und entführt uns aus unserem Alltag in eine kaum noch gekannte Idylle. Aber Achtung: Rechnet dabei mit einem hohen Suchtfaktor!

Quelle: deutschlandfunknova.de

 

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