Auch wenn wir im Zuge der Digitalisierung heute weniger drucken als noch vor ein paar Jahren, verursachen Druckerzeugnisse doch noch eine Menge Müll – ganz zu schweigen von den Ressourcen, die für Tinte oder Toner draufgehen. Chinesische Forscher haben nun etwas entwickelt, das bei der Lösung dieser Problematik hilfreich sein könnte: Ein wiederbeschreibbares Papier, das mit einer Salzlösung oder auch nur mit Wasser beschrieben werden kann.


Wiederverwendbares Papier dank Polymer

Das Papier wurde von einer Forschergruppe rund um Qiang Zhao von der Universität Nanjing entwickelt und besteht aus normalem Filterpapier, das mit einem Polymer beschichtet ist. Kommt das Papier in Kontakt mit einer metallhaltigen Salzlösung, verfärbt sich seine Oberfläche. So könnten etwa mit einem Tintenstrahldrucker Schriftzüge oder Bilder auf das Papier gedruckt werden. Wo die Salzlösung auf das Papier trifft, verbindet sie sich mit dem Polymer zu einem metallhaltigen organischen Komplex. Dieser absorbiert das Licht je nach Art des Metalls in der Lösung in unterschiedlichen Wellenlängen, sodass theoretisch sogar farbige Bilder gedruckt werden können.


Bisher können die Forscher um Zhao sieben verschieden Farbtöne produzieren. Das Papier bleibt sechs Monate lang bedruckt, ohne dass es zu einem Verblassen des Aufdrucks kommt. Um das Gedruckte zu entfernen, wird das Papier mit einer Fluoridlösung gespült. Nach dem Trocknen kann es dann neu bedruckt werden.

Drucken nur mit Wasser

Zhao und seine Kollegen wollten noch einen Schritt weiter gehen. Also beschichteten sie das Filterpapier mit einer organischen Zinkkomplex-Verbindung. Das daraus resultierende Papier kann nur mit Wasser bedruckt werden. Bisher muss das bedruckte Papier mit ultraviolettem Licht bestrahlt werden, um den Aufdruck sichtbar zu machen. Das Papier wird wieder in seinen unbedruckten Ursprungszustand zurückversetzt, indem es auf 60 Grad erhitzt wird.

Beide Versionen des Spezialpapiers können bis zu acht Mal bedruckt und wieder gelöscht werden. Die dabei verwendeten Substanzen sind nicht nur günstig, sondern auch ungiftig und komplett unbedenklich. Geht man davon aus, dass das Papier tatsächlich acht mal wiederverwendet wird, würden sich die Kosten bei seiner Nutzung auf ein Zehntel bis ein Fünftel des Betrags belaufen, der beim Drucken mit einem Tintenstrahldrucker anfällt. Natürlich muss die Entwicklung noch weiter verfeinert werden, aber vor allem in Büros und Unternehmen ließe sich mit dem Spezialpapier bares Geld sparen.

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