Momentan häufen sich innovative Ideen, um aus Winkraft gewonnene Energie zu speichern. Das ist deshalb wichtig, weil die Energienachfrage nicht immer dem Angebot entspricht, und traditionelle Windkraftanlagen nur Strom zur Direktabgabe bereitstellen. Am Bodensee wird momentan ein Hohlkugelspeicherwerk getestet, in Baden-Württemberg wird ein Pilotprojekt mit traditionellen Wasserspeichern geplant. Einen anderen Ansatz verfolgt das Projekt InSpEE suchen Experten in Norddeutschland im Auftrag der Bundesregierung nach Salzkavernen, die als Speicher für durch Windenergie erzeugtes Gas dienen sollen.


KBB UT
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InSpEE: Speicherung von Wasserstoff unter der Erde

InSpEE steht für “Informationssystem Salzstrukturen: Planungsgrundlagen, Auswahlkriterien und Potenzialabschätzung für die Errichtung von Salzkavernen zur Speicherung von Erneuerbaren Energien”. Kein besonders eingängiger Name, dafür ist der Gedanke dahinter recht simpel: Salzkavernen sind dicht und daher gut für die Speicherung von Gas geeignet, zumal das Salz selber nicht mit dem Gas reagiert. In den USA wird auf diese Weise bereits Wasserstoff gelagert, und auch in Deutschland gibt es entsprechende Möglichkeiten. Experten schätzen, dass in Niedersachsen Kapazitäten für die Speicherung von 350 Milliarden Kilowattstunden vorhanden wären. Eine Kaverne mittlerer Größe kann dabei auf eine Ein- und Ausspeicherrate von etwa 500 Megawatt bei einer nutzbaren Speicherkapazität von etwa 140 Gigawattstunden kommen.

Vorstoß in unbekanntes Gebiet

Das norddeutsche Festland und die Nord- und Ostsee verbergen 697 Salzstrukturen, wobei nicht alle davon zur Speicherung von Gas geeignet sind. Es gibt auch noch keine fundierten Grundlagen, um die Qualität eines Speicherorts zu bewerten. Um entsprechende Daten zu erhalten und Kriterien zu erarbeiten, haben sich die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Institut für Geotechnik der Universität Hannover und die KBB Underground Technologies GmbH für das Projekt InSpEE zusammengeschlossen.


Die Salzkavernen zeichnen sich durch geringe Baukosten beim Umbau zum Energiespeicher aus und haben eine hohe Flexibilität im Bezug auf Ein-und Ausspeicherraten. Sie sind daher gut geeignet, um die Stromnetze zu stabilisieren. Zudem kann der Wasserstoff in diesen Bedingungen deutlich sicherer gespeichert werden als bei überirdischer Lagerung.

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