Google ist auf dem deutschen Suchmaschinenmarkt mit weitem Abstand Marktführer. Daran konnte auch der US-Konzern Microsoft mit seiner eigenen Suchmaschine Bing nur wenig ändern. Dennoch gibt es gleich eine ganze Reihe von Suchmaschinen, die sich bewusst von Google, Bing und Yahoo unterscheiden. Wir haben einige dieser Alternativen zu Google unter die Lupe genommen und präsentieren fünf unterschiedliche Konzepte der kleinen Wettbewerber.


1. Datenschutz als oberste Priorität: DuckDuckGo und Ixquick

Google speichert und sammelt die Daten seiner Nutzer und wertet diese anschließend aus, um möglichst zielsicher Werbung platzieren zu können. Wer sich dieser Datensammelwut entziehen möchte, kann auf zwei Alternative Suchmaschinen zurückgreifen. DuckDuckGo arbeitet mit dem russischen Google-Konkurrenten Yandex zusammen und verzichtet komplett auf die Speicherung von Daten und Suchanfragen. Dies soll im Zweifel auch bei möglichen Geheimdienstanfragen helfen: Wenn keine Daten gespeichert wurden, können auch keine Daten weitergegeben werden. Eine ähnliche Philosophie verfolgt auch die Suchmaschine Ixquick. Auch dort werden Daten entweder gar nicht erst erfasst oder so schnell wie möglich wieder gelöscht. Sowohl die Sucherergebnisse, als auch die eingeblendeten Werbebanner entstehen jedenfalls unabhängig von den Daten der Nutzer.


2. Nachhaltigkeit als Kernziel: Umlu

Umlu ist eine Abkürzung und steht für Umweltlupe. Ziel der Suchmaschine ist es, besonders umweltschonende Suchergebnisse zu präsentieren. Dies gilt nicht nur für die Technik, sondern auch für die dargestellten Inhalte. Zunächst werden sämtliche Server des Unternehmens CO2-Neutral betrieben. Das heißt, durch die Nutzung der Suchmaschine entstehen keine zusätzlichen Umweltbelastungen. Gleichzeitig werden in den Suchergebnissen, bestimmte umweltfreundliche Seiten weiter oben angezeigt als dies bei Google der Fall wäre. Dies geschieht einerseits über eine Datenbank, in die sich Unternehmen eintragen lassen können – und sich im Gegenzug bestimmten Umweltauflagen unterziehen müssen. Außerdem gibt es bestimme Keywords, die mit dem eigentlichen Suchbegriff kombiniert werden.

3. Suchen für den guten Zweck: benefind und Ecosia

CO2-Neutral arbeiten auch die Server der Suchmaschinen benefind und Ecosia. Das Besondere dabei: Bei jeder Suchanfrage wird ein Teil der generierten Einnahmen gespendet. Bei Ecosia fließen 80 Prozent der Einnahmen an das Projekt „Plant A Billion Trees“ mit dessen Hilfe Bäume in Brasilien gepflanzt werden. Bei jeder Suchanfrage bekommt man zudem angezeigt, wie viele Bäume insgesamt schon gepflanzt wurden und für wie viele die eigenen Suchanfragen verantwortlich waren. Die Suchergebnisse selbst bezieht Ecosia dabei von Yahoo. Selbiges gilt im Prinzip auch für benefind. Dort wird allerdings bei jeder zweiten Suche 1 Cent für den guten Zweck gespendet. Der Clou dabei: Den Spendenempfänger kann jeder Nutzer selbst aus einer Liste von mehr als 1200 gemeinnützigen Organisationen auswählen.

4. Fakten, Fakten, Fakten: Wolfram Alpha

Die bisherigen Alternativen funktionierten vom technischen Aspekt her im Wesentlichen wie eine gewöhnliche Suchmaschine. Dies hat den Vorteil, dass wechselwillige Nutzer sich nicht groß umstellen müssen. Einen anderen Ansatz wählt die Suchmaschine Wolfram Alpha. Diese möchte nicht einfach nur Ergebnisse aus dem Netzt präsentieren, sondern konkrete Fakten zu bestimmten Begriffen liefern. Dies eignet sich besonders, wenn man auf der Suche nach Daten ist. Wer also wissen möchte, ob Kroatien ein geeignetes Urlaubsland ist, sollte lieber eine der anderen Google-Alternativen wählen. Auf der Suche nach sozio-ökonomischen Daten und der Platzierung im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen, ist man bei Wolfram Alpha allerdings genau richtig. Leider funktioniert diese Suchmaschine bisher allerdings nur auf Englisch.

5. Die dezentrale Lösung: YaCy

Technisch betrachtet beruhten alle bisher vorgestellten Suchmaschinen auf zentralen Servern, über die die Informationen abgerufen wurden. Die deutsche Suchmaschinenentwicklung YaCy geht hingegen einen anderen Weg: Sie setzt auf ein Peer-to-Peer-Verfahren. Dazu muss sich jeder User zunächst ein kleines Programm herunterladen und installieren. Damit betreibt er dann seine eigene kleine Suchmaschine, die sich wiederum mit anderen Usern verbindet. Dies hat den Vorteil, dass keine zentrale Zensur oder Datenspeicherung stattfinden kann. Allerdings funktioniert das System auch nur, wenn genügend User teilnehmen. Momentan funktioniert die Textsuche vergleichsweise gut und man bekommt in der Regel brauchbare Ergebnisse. Die Bildersuche hingegen ist noch nicht ganz ausgereift. Eine Suche nach Dirk Nowitzki brachte jedenfalls ein Bild von Arjen Robben zum Vorschein.

Fazit

Wer an Googles Monopolstellung etwas ändern möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten auf Alternative Anbieter mit interessanten Ideen auszuweichen. Neben den beiden großen amerikanischen Konkurrenten Yahoo und Bing, gibt es auch eine Vielzahl an kleineren Anbietern, die sich durch Einfallsreichtum und besondere Ideen von der Konkurrenz abheben. Die Alternativen zu Google sind also vorhanden, sie müssen nur genutzt werden.

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