Plastikmüll ist ein globales Problem. In beinahe jedem Land der Erde verursachen die Menschen zu viel davon. In Amsterdam etwa sind es pro Einwohner rund 23 Kilogramm im Jahr. Bisher wird ein Großteil davon verbrannt oder landet auf der Müllkippe. Dies ist immerhin deutlich besser, als wenn der Müll im Meer landet – aber weit entfernt von einer optimalen Lösung.


In der niederländischen Hauptstadt hat es sich daher eine Initiative namens „Print Your City!“ nun zum Ziel gesetzt, einen Großteil des Plastikmülls zu recyceln. Dies soll aber nicht auf klassische Art und Weise geschehen, sondern mithilfe von 3D-Druckern. Diese nutzen das alte Plastik und gießen daraus ganz neue Formen. Erstes Objekt: Die sogenannte XXX Bank.

Aus alt wird neu. Foto via Inhabitat.

Das Design verweist auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit beim Thema Plastikmüll

Das dahinter stehende Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Aectual entwickelt. Die Bank selbst sieht auf den ersten Blick ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, soll sich aber ideal eignen, um auf öffentlichen Plätzen aufgestellt zu werden. Bis zu vier Einwohner der niederländischen Hauptstadt können dort dann einen gemütlichen Sitzplatz finden. Etwas Geschick beim halten der Balance ist allerdings erforderlich – was von den Designern aber durchaus so gewollt ist. Dies soll symbolisieren, dass Kooperation notwendig ist, um den Recycling-Kreislauf beim Plastikmüll zu schließen. Zukünftig sollen neben den Sitzbänken zudem noch weitere Objekte entworfen und gedruckt werden. Die Initiatoren verfolgen damit eine dreifache Zielsetzung.

Das Rohmaterial ist in ausreichender Anzahl vorhanden

Zum einen soll der öffentliche Raum verschönert werden, zum anderen aber auch die Menge an Plastikmüll reduziert werden. Eben so wichtig aber: Es wird auch auf die grundlegende Problematik aufmerksam gemacht. Am liebsten wäre es den Menschen hinter dem Projekt daher wohl, wenn ihnen irgendwann das Rohmaterial für weitere XXX Bänke ausgeht. Bisher sieht es allerdings nicht danach aus: Schätzungen zufolge reicht der produzierte Müll aktuell aus, um jedem zweiten Einwohner von Amsterdam einmal im Jahr eine Bank aus dem 3D-Drucker zu schenken. Die „Print Your City“ Initiative ist zudem ein Beispiel für die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Zu den Unterstützern gehören die TU Delft und das Entsorgungsunternehmen AEB Amsterdam.


Via: Inhabitat

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