Das National Renewable Energy Laboratory arbeitet bereits seit geraumer Zeit an Fenstern, die aus dem aufgenommenen Sonnenlicht auch Strom produzieren können. Bisher gab es dabei eine Wechselwirkung zwischen der Qualität des Fensters und der Menge an erzeugtem Strom. Oder anders ausgedrückt: Um viel Strom zu erzeugen, mussten die Fenster so gestaltet werden, dass kaum noch hindurch geschaut werden konnte.


Nun haben sich die Forscher aber genau dies zunutze gemacht. Sie entwickelten ein Fenster, dass sich bei starker Sonneneinstrahlung von alleine abdunkelt und mit der Stromgewinnung beginnt. Bei weniger starker Sonnenstrahlung hellt sich das Fenster hingegen auf und es kann wieder problemlos hindurchgeschaut werden.

So unterschiedlich kann das Fensterglas aussehen. Foto: Dennis Schroeder/NREL

Bei starker Sonneneinstrahlung heizt sich der Raum hinter dem Fenster nicht so stark auf

Auf diese Weise sollen die Fähigkeiten des Fensters immer an die aktuelle Lage angepasst werden. „Wir haben eine gute Solarzelle, wenn viel Sonnenschein vorhanden ist und wir haben ein gutes Fenster, wenn die Sonne nicht scheint“, erklärt der Wissenschaftler Lance Wheeler den Ansatz. Positiver Nebeneffekt: Bei starker Sonnenstrahlung wird der Raum hinter dem Fenster weniger stark aufgeheizt. Dies kann etwa dazu führen, dass die Klimaanlage nicht so stark aufgedreht werden muss. Auch in Sachen Effizienz kann so ein neuer Rekordwert erreicht werden. Sind die Fenster im Abdunkelungsmodus wird ein Wert von immerhin 11 Prozent erreicht. Zum Vergleich: Klassische Silizium-Solarzellen kommen auf Werte zwischen 14 und 22 Prozent – können aber auch nicht als Fenster genutzt werden.

Spezielle Moleküle sorgen für den besonderen Effekt

Besonders gut geeignet sein könnte das neu entwickelte Solarfenster etwa für die Autoscheiben auf der Rückbank. Wer dort sitzt wäre dann im Sommer vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt. Gleichzeitig könnte aber die Autobatterie mit sauberem Solarstrom aufgeladen werden. Auch das eigene Smartphone oder andere mobile Endgeräte könnten von der frisch produzierten Energie profitieren. Verantwortlich für den Verdunkelungseffekt sind übrigens spezielle Moleküle. Diese werden durch das Sonnenlicht absorbiert und sorgen für die Verdunkelung und die Stromproduktion. Scheint die Sonne hingegen nicht auf das Fenster, verschwinden auch die Moleküle. Bisher existiert das Fenster nur im Labor der Wissenschaftler. Es wird aber bereits an einer Version für die kommerzielle Vermarktung gearbeitet.


Via: Inhabitat

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