Die meisten chinesischen Exporte nach Europa werden mit dem Schiff transportiert. Den umgekehrten Weg nehmen allerdings deutlich weniger Waren. Die Schiffe und Container müssen aber natürlich zurück nach Asien fahren, um dort erneut beladen zu werden. Dies hat zur Folge, dass die Preise für Schiffstransporte von Europa nach Asien vergleichsweise günstig sind. Viele der Container werden daher nicht einfach leer zurück geschickt, sondern mit Plastikmüll befüllt. Lange Zeit schien dies für beide Seiten von Vorteil zu sein: Die europäischen Ländern wurden ihren Abfall los – und die Volksrepublik konnte aus dem alten Müll neue Kunststoffe produzieren. Doch nun hat die chinesische Regierung die Einführung von Plastikmüll untersagt.


Foto: Neerav Ghosh / Versova Resident Volunteers via The Guardian

Das Plastikrecycling soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden

Die Begründung der chinesischen Regierung ist auch eindeutig: Die Einfuhr von ausländischem Müll habe zu erheblichen Umweltproblemen geführt. Für Deutschland bringt die neue Härte der chinesischen Regierung erhebliche Probleme mit sich. Denn noch im Jahr 2016 wurden 1,5 Millionen Tonnen an Plastikmüll in das Reich der Mitte ausgeführt. Zukünftig sollte die Recyclingquote sogar noch gesteigert werden: Von aktuell 36 Prozent auf 63 Prozent im Jahr 2022. Auch die Europäische Union plant neue Regelungen, um den Recyclinganteil beim Plastikmüll weiter zu erhöhen. Der einfache Ausweg nach China scheint den westlichen Firmen nun aber versperrt zu sein. Dies gilt übrigens nicht nur für Plastik, sondern auch für alten Elektroschrott.

Die Kosten sind aktuell noch zu hoch

Der deutsche Entsorgerverband BDE fordert daher bereits konkrete Maßnahmen der Politik. So solle hierzulande der Recyclingkreislauf weiter ausgebaut und die Nutzung recycelter Materialien gefördert werden. Denn aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es heute oftmals günstiger frische Rohware zu nutzen. Die Entsorger schätzen, dass es zwischen 60 und 80 Euro kostet um aus Abfall, eine Tonne sortenreinen Plastik herzustellen. Entschärfen dürfte sich die Problematik in den nächsten Jahren nicht. Denn zum einen steigt etwa der Anteil der Kunststoffverpackungen seit fast dreißig Jahren kontinuierlich an. Zum anderen sorgt die robuste Wirtschaftslage in Deutschland dafür, dass mehr konsumiert wird – und dadurch auch mehr Plastikmüll anfällt. China will diesen allerdings offensichtlich nicht mehr haben.


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