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Irland will als erstes Land der Welt keine Staatsreserven mehr in Öl- und Gasfirmen investieren

Die sogenannte Divestment-Bewegung stammt aus den Vereinigten Staaten, erfreut sich aber auch in Europa immer größerer Beliebtheit. Konkret geht es dabei darum, Staaten, Institutionen und Organisationen davon zu überzeugen, ihr Geld nicht mehr in Firmen zu investieren, die ihr Geld mit fossilen Energieträgern verdienen. Die Strategie verfolgt dabei einen doppelten Zweck: Zum einen soll es für die klimaschädlichen Firmen schwerer werden an Kapital zu kommen. Zum anderen muss das Geld ja trotzdem irgendwo investiert werden, sodass ein Teil davon zumeist auch in Projekte zur Förderung Erneuerbarer Energien fließt. Das irische Parlament hat nun ein Gesetz verabschiedet, mit dem sich erstmals ein ganzer Staat dem Divestment in fossile Energieträger verschreibt.

Irland setzt ein wichtiges Signal in Sachen Divestment

Konkret geht es dabei um den irischen Staatsfonds, in dem das Land seine Rücklagen verwaltet. Dieser ist aktuell rund acht Milliarden Euro schwer und versucht sein Geld so sicher und gewinnbringend wie möglich anzulegen. In finanztechnisch so turbulenten Zeiten wie aktuell, ist dies aber gar nicht so einfach. Die Parlamentarier haben den Fondsmanagern nun dennoch eine weitere Einschränkung auferlegt: Investitionen in Kohle, Gas und andere klimaschädliche Projekte sind zukünftig nicht mehr erlaubt. Mehr noch: Möglicherweise bereits gehaltene Papiere aus diesem Bereich müssen zeitnah verkauft werden. Die Summe von acht Milliarden Euro ist dabei natürlich vergleichsweise gering. Das Signal, das von der irischen Entscheidung ausgeht sollte allerdings nicht unterschätzt werden.

Die Church of England ist ebenfalls Teil der Bewegung

In den letzten Jahren konnte die Divestment-Bewegung in Europa bereits einige schlagzeilenträchtige Erfolge feiern. So kündigte beispielsweise auch die „Church of England“ an, sämtliche Investments in Klimakiller zu beenden und keine neuen mehr zu tätigen. Stattdessen sind viele englische Kirchen nun mit Solarmodulen zur sauberen Energieerzeugung ausgestattet. Auch die Stadt Kopenhagen verkündete öffentlich, auf Investments in fossile Energieträger zu verzichten. Bürgermeister Frank Jensen hoffte damals, dass möglichst viele politische Institutionen diesem Beispiel folgen würden. Zumindest das irische Parlament hat dies nun getan.

Via: Inhabitat

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