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Medizin: Leuchtendes Pflaster weist auf Infektionen hin

Wer sich verletzt, der ist darauf angewiesen, die Wunde möglichst sauber zu halten, um Infektionen während der Wundheilung zu vermeiden. Denn wenn sich die Wunde infiziert, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann wirklich gefährlich werden. Im schlimmsten Fall breitet die Infektion sich aus und verursacht Organschäden. Bis der Patient die Infektion bemerkt, ist sie bereits in vollem Gange. Um eine möglichst frühe medikamentöse Behandlung zu gewährleisten, haben Wissenschaftler ein Pflaster entwickelt, das bei Zeichen einer Infektion anfängt zu leuchten und so auf diese hinweist.

Foto: American Chemical Society

Foto: American Chemical Society

Leuchten zeigt Infektion an

Die Behandlung einer Infektion mit Antibiotika ist umso effizienter, je früher sie begonnen wird. In den ersten Stunden der Infektion sind die Zeichen für den Patienten jedoch eher subtil. Eine leichte Rötung, verbunden mit etwas Brennen oder Jucken, ist alles, was den Patienten darauf hinweist, dass die Wunde infiziert ist. Bakterien, die in einer Wunde leben, erschaffen allerdings oft eine Art Biofilm, eine Schicht aus externer DNA, Proteine und komplexer Zucker, in der sie leben. Forscher der University of Bath in England haben ein Wundpflaster entwickelt, dass mit diesem Biofilm reagiert und seine Anwesenheit durch ein Leuchten anzeigt.

The dressing detects changes in wound bacterial activity. All wounds have some bacteria in [them] – whilst they are kept in check by immune clearance this is not a problem, but when bacteria start to form biofilms and critically colonise the wound, pathogenic changes can result. Our dressing will measure this critical colonisation point”, erläutert Dr. Toby Jenkins, einer der Hauptautoren der entsprechenden Studie.

Erste Tests verliefen erfolgreich

Das Wundpflaster wurde unter anderem mit den beiden Bakterien E.coli und S.aureus getestet. Diese beiden Bakterien sind oft für Infektionen von offenen Wunden verantwortlich. Die Erkennung funktionierte erstaunlich schnell und vor allem – und das ist das wichtigste – auch in einem frühen Status der Infektion. Innerhalb von vier Stunden nach der Infektion markierte das Pflaster die Anwesenheit der Bakterien. Bei einer bereits infizierten Wunde angewendet, fing das Pflaster innerhalb weniger Minuten an zu leuchten.

Das intelligente Wundpflaster könnte große Bedeutung in der postoperativen Versorgung von Patienten erlangen. “If used appropriately, we believe it can be used for early diagnosis of post-surgical infection and hence (indirectly) in reducing incidences of sepsis”, so Jenkins weiter. Durch Infektionen verursachte Blutvergiftungen (Sepsis) sind eine häufig auftretende postoperative Komplikation.

Bis das Pflaster auf den Markt kommt, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. “We are working on safety testing, working out a manufacturing pathway, and plan [on conducting] a clinical study in about 3 years”, erklärt Jenkins weiter.

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