Insulin, das wie ein Schnupfenspray in die Nase gesprüht wird, dämpft das Hungergefühl. Das haben Forscher am Helmholtz Zentrum München herausgefunden. Damit könnte dieses Hormon den Unternehmen, die Schlankheitsmittel anbieten, den Rang ablaufen. Noch ist es dafür zu früh. In einer Studie, an der 25 schlanke, zehn übergewichtige und zwölf fettleibige Probanden teilnahmen, zeigte sich aber schon, dass Insulin im Gehirn bestimmte Funktionen verbessert. Diese Effekte veränderten das Hungergefühl: Eigentlich haben Menschen mit viel „Bauchspeck“ auch mehr Hunger als schlankere Personen. Insulin unterdrücke die fatale Verkettung zwischen Bauchspeck und Hungergefühl, so Stephanie Kullmann, Autorin der Studie.


Teufelskreis durchbrochen


Kullmann gehört zum Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München, das an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen beheimatet ist. Der Teufelskreis – mehr Bauchspeck, mehr Hunger, noch mehr Bauchspeck – wird so durchbrochen. „Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass Insulin im Gehirn vielleicht helfen kann, das Essverhalten zu regulieren und abzunehmen“, so die vorsichtige Formulierung der Forscher.

Ein Teil der Probanden bekam statt Insulin eine Placebo-Flüssigkeit, etwa eine Kochsalzlösung. Nach dem Sprayen wurden die Hirnaktivitäten in einem Magnetresonanztomographen sichtbar gemacht. Dabei entdeckten die Forscher Veränderungen in Hirnregionen, die aktiviert werden, wenn der Mensch ruht und keinerlei Aufgaben nachgeht.

Mehr Insulin, bessere Wirkung

Bisher war lediglich bekannt, dass Insulin auf den Hypothalamus wirkt, das oberste Regulationszentrum für alle vegetativen Vorgänge und die Abgabe von Hormonen ins Blut. Der Hypothalamus koordiniert den Wasser- und  Salzhaushalt sowie den Blutdruck. Er sorgt für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus (Homöostase) und reguliert die Nahrungsaufnahme. Jetzt weiß man, dass zusätzliches Insulin, das in die Nase gesprüht wird, sodass es direkt ins Gehirn gelangen kann, diese Effekte noch verstärkt.

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