Bisher war die sogenannte Weltraumstrahlung für den Einsatz von Astronauten noch von untergeordneter Bedeutung. Denn das Magnetfeld der Erde reicht über die Internationale Raumstation hinaus und lenkt einen Großteil der Strahlung ab. Durchdringt die Strahlung doch einmal den natürlichen Schutzschild und trifft auf die Erde, entsteht ein bekanntes Naturphänomen: Die sogenannten Polarlichter. Dringen Astronauten auf dem Weg zum Mars aber über das Erdmagnetfeld hinaus ins Weltall vor, sind sie der Weltraumstrahlung dauerhaft ausgesetzt. Diese ist dabei vergleichbar mit nuklearer Strahlung und kann einige Nebenwirkungen mit sich bringen. So beispielsweise verstärkten Knochenschwund. Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde NASA haben nun aber ein ungewöhnliches Gegenmittel entdeckt: Pflaumen.


Muskel- und Knochenschwund sind ein generelles Problem für Astronauten

Dem Versuch vorausgegangen war die Erkenntnis, dass die Weltraumstrahlung bestimmte Zellen anregt, die für den Knochenabbau verantwortlich sind. Dies ist besonders problematisch, weil der menschliche Körper ohnehin nicht für den Aufenthalt im Weltall gemacht ist. Durch die nicht vorhandene Schwerkraft ist der Körper dort ständig einem gewissen Abbauprozess ausgesetzt. Die Astronauten trainieren daher täglich an speziell an die Bedingungen angepassten Geräten. Die Forscher testeten nun vier verschiedene Methoden, um den Muskelschwund durch Strahlung bei Mäusen zu stoppen: Dihydroliponsäure, eine Mischung aus fünf Antioxidationsmittlen, Ibuprofen und Pflaumen. Das erstaunliche Ergebnis: Der Cocktail aus Antioxidansen zeigte keine positive Wirkung, während die Pflaumendiät den Knochenschwund komplett stoppte.


In der Kontrollgruppe sank das Knochenvolumen um ein Drittel

Der Unterschied war dabei durchaus erheblich. CT-Scans zeigten, dass bei der Kontrollgruppe der Mäuse ohne jegliche Behandlung das Knochenvolumen um beinahe ein Drittel gesunken ist. Durch die Aufnahme von Pflaumen konnte dieser Effekt verhindert werden. Allerdings fand die Studie nur mit einer begrenzten Anzahl von weniger als fünfzig Mäusen und über einen Zeitraum von drei Wochen statt. Die langfristigen Auswirkungen der Strahlung müssen also noch untersucht werden. Weitere Untersuchungen sollen zudem zeigen, ob Pflaumen bei Menschen tatsächlich ähnliche Effekte bewirken. Es ist aber durchaus wahrscheinlich, dass die Frucht zukünftig in den Speiseplan von Astronauten integriert wird.

Via: Popsci

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