Ein platter Reifen gehört grundsätzlich zu den eher harmloseren Autopannen. Die Diagnose ist schnell gestellt und wenn ein Ersatzreifen zur Hand ist, kann die Reparatur sogar selbst vorgenommen werden. Der dabei ausgewechselte Reifen ist dann allerdings unbrauchbar. Anders als beispielsweise ein Fahrradschlauch kann er auch nicht geflickt werden. Dies könnte sich zukünftig aber ändern. Denn Wissenschaftler haben eine neue Verfahrenstechnik entwickelt, bei der Reifen entstehen, die sich mit der Zeit selber heilen. Ein Loch im Reifen würde dann zwar weiterhin zunächst die Luft entweichen lassen, sich dann aber selbst wieder schließen. Der Reifen könnte dann wieder genutzt werden.


By Johann Jaritz (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
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Traditionelles Verfahren wurde überarbeitet

Entwickelt wurde die neue Technik in Zusammenarbeit zwischen Forschern des Leibniz-Instituts und der Technischen Universität aus Dresden und der finnischen Tampere University of Technology. Bis heute beruht die Reifenherstellung auf dem Verfahren der Vulkanisation. Dabei wird Kautschuk gemeinsam mit schwefelspendenden Stoffen erhitzt. Dabei werden die Kautschukmoleküle mit den Schwefelbrücken vernetzt und es entsteht eine extrem robuste Struktur. Entwickelt wurde das Verfahren bereits 1839 von Charles Goodyear. Der neue Ansatz besteht nun darin, anstelle von Schwefel eine Mischung aus Kohlenstoff und Stickstoff hinzuzugeben. In Laborversuchen zeigte sich dabei, dass das neue Gemisch bei Raumtemperatur tatsächlich Löcher selbstständig schließen konnte. Durch ein Erhitzen auf 100 Grad Celsius ließ sich der Prozess zudem beschleunigen.

Im Bereich der Autoreifen kommt es immer wieder zu Innovationen

Die Reifenindustrie hatte zuletzt mit einer ganzen Reihe von Innovationen auf sich aufmerksam gemacht. So präsentierte Goodyear bereits vor einigen Jahren sich selbst aufpumpende Autoreifen. Konkurrent Hankook wiederum entwickelte Reifen, die komplett ohne Luft auskommen. Verschiedene Firmen arbeiten zudem daran, die Reibungsenergie der Reifen wieder einzufangen und beispielsweise für Hybrid-Motoren zu nutzen. Forschern der „Pennsylvania State University“ war es zuletzt zudem gelungen einfaches Plastik ebenfalls mit Selbstheilungskräften zu versehen.


Via: ACS

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