Wenn heute von schmelzendem Eis die Rede ist, denken die meisten Zuhörer wohl an den Klimawandel und die andauernde Verkleinerung des Polareises. Forscher der schottischen Universitäten in Dundee und Edinburgh haben sich eines ähnlich klingenden Problems angenommen: Sie beschäftigten sich mit Speiseeis und der Frage, wie sich die Lebensdauer einer Esikugel auch bei warmen Temperaturen verlängern lässt. Das Ergebnis: Durch Hinzugabe eines harmlosen Proteins namens BslA schmilzt das Speiseeis langsamer. Dies soll nicht nur helfen, schmutzige Finger zu vermeiden, sondern auch die Kosten für die Kühlung signifikant reduzieren.


By Alessio Damato (Self-photographed) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
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Energieverbrauch und Kalorienzahl können sinken

Der Geschmack wird durch die Hinzugabe des Proteins nicht verändert, es sorgt lediglich dafür, dass eine stärkere Bindung zwischen Luft, Wasser und Fett entsteht und der Schmelzvorgang somit verlangsamt wird. Dies hat zudem den positiven Nebeneffekt, dass weniger saturierte Fettsäuren benötigt werden. Theoretisch könnte die Kalorienzahl der Eiskugel also recht einfach reduziert werden. Durch die Hinzugabe des Proteins muss das Eis zudem nicht mehr ganz so stark gekühlt werden. Die Temperatur der Kühlboxen kann also leicht angehoben werden, was wiederum hilft, den Energieverbrauch zu senken. Langfristig profitiert also auch der Kampf gegen den Klimawandel von der neuen Eisvariante.

Markteinführung in drei bis fünf Jahren möglich

Bis zur tatsächlichen Markteinführung dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Zwar haben die Forscher ein Verfahren entwickelt, dass die natürliche Reproduktion des Proteins ermöglicht. Um aber ausreichend Material für einen flächendeckenden Einsatz zu gewinnen, muss das Verfahren zunächst noch heraufskaliert und dann ausgiebig getestet werden. Auch die Lebensmittel- und Gesundheitsbehörden in den verschiedenen Ländern müssen noch von der Unbedenklichkeit der Beimischung überzeugt werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass für diese beiden Prozesse rund drei bis fünf Jahre benötigt werden.


Via: Geek.com

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