Bereits vor einiger Zeit berichteten wir von dem Mikrobiologen Hendrik Jonker, der Beton mit bestimmten Bakterien versetzte. Der Beton war anschließend in der Lage, auftretende Risse selbst wieder zu schließen. Ein ähnlicher Durchbruch scheint nun im Bereich des Plastiks gelungen zu sein. Denn ein Forscherteam der „Pennsylvania State University“ hat die Zähne der Saugnäpfe an den Tentakeln von Tintenfischen einmal genauer unter die Lupe genommen. Tatsächlich fand sich dabei ein Protein mit Selbstheilungskräften. Den Forschern ist es dann gelungen, daraus ein Polymer zu entwickeln. Dieses kann in zwei Teile geschnitten werden, verbindet sich aber sofort wieder, sobald ein Tropfen warmes Wasser hinzugefügt und leichter Druck ausgeübt wird.


Via: Gizmag Credit: Demirel Lab/Penn State
Via: Gizmag Credit: Demirel Lab/Penn State

Das Protein wurde im Labor reproduziert

In den Tintenfischen selbst befinden sich allerdings nur sehr kleine Mengen des benötigten Proteins. Nach Angaben von Professor Melik Demirel, leitender Forscher bei diesem Projekt, benötigt man rund fünf Kilogramm Tintenfisch, um ein Gramm des Proteins zu erhalten. Die Forscher haben deshalb eine biotechnologische Lösung gefunden: Sie züchteten Bakterien, die ebenfalls das entsprechende Protein produzieren. Dieses verbanden sie dann mit einigen anderen Stoffen und erhielten so eine Art Plastik. Zu Testzwecken nahmen sie davon ein knochenförmiges Stück und schnitten es in zwei Teile. Anschließend tröpfelten sie etwas Wasser auf die Schnittstelle und drückten leicht darauf.

Anwendung bei Unterwasserkabeln denkbar

Tatsächlich genügte dies schon, damit sich die beiden Teile wieder verbanden. Mehrere Tests bewiesen zudem, dass die neue Verbindung genauso stark war, wie die Originalversion. Von diesen Ergebnissen ermuntert, sieht Demirel bereits einige Anwendungsmöglichkeiten: „Wenn eines der Fieberoptikkabel in den Ozeanen kaputt geht, muss es ersetzt werden. Mit diesem Material wäre es aber möglich, das Kabel zu heilen und mit der Operation fortzufahren, was Zeit und Geld sparen würde“, so der Wissenschaftler. Auf lange Sicht könnte das Protein zudem auch zur Wundheilung bei Menschen eingesetzt werden.


Via: Phys.org

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