Die britische Politik dreht sich momentan vor allem um die Volksabstimmung über einen möglichen EU-Austritt. Die Schotten hingegen konnten bereits im vergangenen Jahr über ihre Unabhängigkeit abstimmen – und entschieden sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich. Dort besitzt Schottland inzwischen allerdings ein hohes Maß an Autonomie. Bereits im vergangenen Jahr hat die Regionalregierung daher ein Fracking-Moratorium verhängt und wollte zunächst weitere Studien über mögliche Gefährdungen durch die neue Technologie abwarten. Das schottische Parlament geht nun aber sogar noch einen Schritt weiter: Mit knapper Mehrheit votierten die Parlamentarier für ein vollständiges Fracking-Verbot in Schottland. Ein solches Verbot existiert bereits im ebenfalls mit Autonomierechten ausgestatteten Nordirland.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Die Konservativen stimmten gegen das Fracking-Verbot

Das Votum des schottischen Parlaments hat allerdings noch keine bindende Wirkung, es sendet aber ein starkes Signal an die Regierung. Für das vollständige Verbot votierten dabei die Abgeordneten der Labour Partei, der Liberaldemokraten und der schottischen Grünen. „Es gibt keine Zweifel an den wissenschaftlichen Fakten – um unsere Klimaschutzziele zu erreichen und unsere Umwelt zu schützen, müssen wir emissionsarme Ernergiequellen erschließen und nicht weitere fossile Brennstoffe. Labours Position ist daher eindeutig“, erklärte Claudia Beamish, umweltpolitische Sprecherin der Labour-Partei. Die Konservativen, die Partei des britischen Premierministers David Cameron, hingegen sprachen sich gegen ein Komplett-Verbot aus und verwiesen auf mögliche wirtschaftliche Vorteile des Frackings.

Fracking führte in den Vereinigten Staaten zu verunreinigtem Grundwasser

Der schottische Energieminister Paul Wheelhouse erklärte im Anschluss an den Parlamentsbeschluss, seine Regierung bleibe gegenüber der Fracking-Technologie „extrem skeptisch“. Er versprach daher, dass es in Schottland keine Fracking-Förderstellen geben werden, so lange nicht zweifellos nachgewiesen werden kann, dass dadurch keine bleibenden Umweltschäden entstehen. Ein vollständiges Verbot wollte er zunächst aber nicht befürworten. In den Vereinigten Staaten hatte die Fracking-Technologie zu sinkenden Energiepreisen geführt – aber auch zu heftigen Protesten von Umweltschützern. So wird vermutet, dass die Technik für eine steigende Zahl von Erdbeben verantwortlich ist. Rückstände der genutzten Chemikalien konnten zudem im Grundwasser nachgewiesen werden.


Via: The Guardian

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