Bisher werden autonom fahrende Autos in Deutschland vor allem auf Autobahnen getestet. Dort ist der Verkehrsfluss allerdings deutlich weniger komplex – schon alleine weil Hindernisse wie Ampeln und Kreuzungen fehlen. Um die autonomen Autos aber für den Alltag fit zu machen, werden zukünftig auch Tests in viel befahrenen Innenstädten notwendig werden. Das Bundesverkehrsministerium hat daher nun insgesamt sechs deutsche Städte ausgewählt, in denen eine entsprechende Pilotphase stattfinden soll: Hamburg, Dresden, Ingolstadt, Düsseldorf, Braunschweig und München. Das Bundesverkehrsministerium hat dabei bis zum Jahr 2020 insgesamt achtzig Millionen Euro für Forschungsvorhaben im Zusammenhang mit selbstfahrenden Autos bereitgestellt.


Bis 2040 machen selbstfahrende Autos 75 Prozent des Verkehrs aus
Bis 2040 machen selbstfahrende Autos 75 Prozent des Verkehrs aus

Langfristig sollen autonome Autos Staus vermeiden

Die beteiligten Städte werden dabei ihre Straßen in den Innenstädten mit der entsprechenden Sensorik und Mobilfunktechnologie ausstatten, um einen reibungslosen Ablauf der Tests zu gewährleisten. Die Autos werden zudem mit der Verkehrsleittechnik der Städte verbunden und sollen so rechtzeitig Ampeln und Kreuzzungen erkennen. Langfristiges Ziel der Stadtverwaltungen ist es, mit Hilfe der neuen Technologie einen besseren Verkehrsfluss zu erreichen. Dies kann gelingen, weil die autonome Technik beispielsweise Stellen mit hoher Verkehrsbelastung gezielt umfährt, weniger Unfälle verursacht und schneller einen Parkplatz findet. In letzter Konsequenz würden davon dann nicht nur die Autofahrer profitieren, sondern alle Einwohner der Stadt – weil auf diese Weise auch die Abgasbelastung durch den Verkehr reduziert werden könnte.

Eine Ethikkommission soll noch offene Fragen klären

In letzter Zeit mussten die Entwickler selbstfahrender Autos allerdings auch einige Rückschläge einstecken. So starb in den USA ein Autofahrer, der den Autopilot von Tesla aktiviert hatte, weil die Technik einen kreuzenden LKW für ein hoch hängendes Verkehrsschild hielt. Auch die Gefahr möglicher Hackerangriffe bei smarten Fahrzeugen rückte zuletzt wieder in den Fokus. Zudem sind einige ethische Fragen noch ungelöst: Beispielsweise wie sich die Technik im Falle eines unvermeidlichen Unfalls verhalten soll. Solche und ähnliche Fragen sollen in Deutschland zukünftig von einer speziell eingerichteten Ethik-Kommission diskutiert werden. Wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mitteilte, soll deren Vorsitz der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio übernehmen.


Via: Hamburg News

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