Es war einer der entscheidenden Wendepunkte auf dem Weg der menschlichen Evolution. Die Fähigkeit Essen zu kochen, verbreiterte die Diät unserer Vorfahren und legte so den Grundstein für die Entwicklung des menschlichen Gehirns. Bisher war man davon ausgegangen, dass nur der Mensch die kognitiven Voraussetzungen erfüllt, um die grundlegenden Zusammenhänge hinter dem Kochvorgang zu verstehen und für sich zu nutzen. Forscher der US-Universitäten Harvard und Yale konnten jetzt aber in Experimenten nachweisen, dass auch Schimpansen über die notwendigen kognitiven Fähigkeiten verfügen.


Darwin-chart

Die Kontrolle des Feuers fehlt den Schimpansen

Was Schimpansen allerdings fehlt, ist die Beherrschung des Feuers. Sie sind nicht in der Lage eigenständig eine Wärmequelle zu generieren, um den Kochvorgang zu starten. Besteht allerdings irgendwo die Möglichkeit das Essen zu kochen, wird diese von den Schimpansen auch wahrgenommen. Dies wiesen die Wissenschaftler durch verschiedene Experimente nach. So wurde den Schimpansen beispielsweise die Wahl gegeben ihr Essen in zwei Behältern zu deponieren. Der eine Topf besaß dabei einen falschen Boden und tauschte die dort platzierten Kartoffeln gegen gekochte Kartoffeln aus, während die Kartoffeln im anderen Topf einfach roh blieben. Vor die Wahl gestellt, erkannten die Schimpansen das zugrundeliegende System überraschend schnell und platzierten ihr Essen im vermeintlichen Kochtopf.


Schimpansen veredelten ihr Essen durch den Kochvorgang

Noch überraschender war allerdings die Erkenntnis, dass die Schimpansen auch in der Lage waren, ihr Essen aufzubewahren, zur Kochstelle zu transportieren und es erst nach dem Kochvorgang zu verspeisen. Dazu platzierten die Forscher das Essen abseits der zuvor genutzten Töpfe. Die Schimpansen trugen das Essen dann tatsächlich zu den Kochtöpfen und aßen es erst in gekochter Form. „Als einer von ihnen das gemacht hat, haben wir gedacht, das wäre vielleicht ein vereinzeltes Genie, aber letztlich hat es gut die Hälfte der Schimpansen so gemacht“, erzählt Alexandra Rosati von der Yale Universität.

Via: The Nation

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