Die Vereinigten Staaten gehören bisher nicht gerade zu den Vorreitern in Sachen Offshore-Windparks. Während beispielsweise vor der Küste Schottlands bereits zahlreiche Anlagen in Betrieb sind, wurde vor der Küste Rhode Islands erst vor kurzem der erste Meereswindparks der USA fertiggestellt. Doch nun hat das Unternehmen Trident Winds ein ambitioniertes Projekt für die Westküste des Landes vorgeschlagen: Im Meer vor Kalifornien sollen insgesamt einhundert schwimmende Windräder mit einer Kapazität von jeweils rund 6 MW installiert werden. Dies soll dann ausreichen, um etwa 200.000 kalifornische Haushalte mit sauberem Strom zu versorgen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2021 geplant.


schwimmender Windpark
Konzeptbild des ersten schwimmenden Windparks in Norwegen (Bild: Statoil ASA)

Kalifornien setzt ab 2030 zur Hälfte auf Erneuerbare Energien

Schwimmende Windparks haben dabei den Vorteil, dass sie nicht mit dem Meeresboden verbunden werden und daher auch in tieferen Gewässern zum Einsatz kommen können. Dies ist in den Vereinigten Staaten von besonderer Bedeutung. Denn eine Studie hat vor kurzem ergeben, dass immerhin sechzig Prozent der windstärksten Meeresgebiete vor der Küste der USA in Wassertiefen liegen, bei denen herkömmliche Offshore-Windparks nicht gebaut werden können. Das nun der Öffentlichkeit vorgestellte Projekt soll dann im Jahr 2025 den Betrieb aufnehmen und im besten Fall eine Art Vorbildfunktion einnehmen. Kalifornien hat sich dabei selbst verpflichtet, ab dem Jahr 2030 zur Hälfte auf Erneuerbare Energien zu setzen – und ist daher auf solche und ähnliche Projekte angewiesen.

Momentan sind schwimmende Windparks noch vergleichsweise teuer

Bisher allerdings steckt die Technik noch in den Kinderschuhen. Zwar gibt es in Europa einige Testanlagen mit schwimmenden Windrädern – diese sind aber alle deutlich kleiner als das in Kalifornien geplante Projekt. Dementsprechend teuer ist die Technologie auch noch: So gehen Schätzungen davon aus, dass die Installationskosten pro MW Kapazität bei schwimmenden Windparks mehr als doppelt so hoch sind wie bei gewöhnlichen Offshore-Windparks. Experten rechnen aber damit, dass die Kosten im Laufe der Jahre sinken werden – ähnlich wie es bei Solaranlagen und Windrädern auch der Fall war und ist.


Via: Trident Winds

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.