Gegen Glatzen ist bald ein Kraut gewachsen, oder besser gesagt eine Salbe. Amerikanische Forscher haben sie entwickelt. In Experimenten mit Mäusen hatten sie festgestellt, dass ein Mangel an Laktat das Haarwachstum beendet. Die Tierchen wurden dazu auf gentechnischem Wege mit einem Laktat-Blocker ausgestattet. Als die Biotechnologen diese Blockade aufhoben, sprossen die Haare wieder.


Links die Haut einer nicht behandelten Maus ohne Haarfollikel, rechts die Haut einer mit dem Medikament behandelten Maus mit neuen Haarfollikeln. Bild: UCLA Broad Stem Cell Center/Nature Cell Biology

Stammzellen im „Winterschlaf“

Die Erklärung für dieses Phänomen liefern Heather Christofk and William Lowry von der University of California am Standort Los Angeles. Sie fanden zunächst heraus, dass die Stammzellen an den Wurzeln der Haare eine Art Winterschlaf halten, allerdings unabhängig von der Jahreszeit. Erst wenn ausfallende Haare ersetzt werden müssen treten sie in Aktion. Dazu ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren nötig. Herrscht keine Harmonie verharren die Stammzellen in der Inaktivität.

Dann fanden die Forscher heraus, dass Laktat eine wichtige Rolle bei der Aktivierung spielt. Das Experiment mit den Mäusen bestätigte die Vermutung. „Vor unseren Versuchen wusste niemand, dass Erhöhung und Senkung des Laktatwertes einen Einfluss auf das Haarwachstum hat“, sagt Lowy. „Als wir diesen Zusammenhang entdeckt hatten begannen wir nach wirkungsvollen Präparaten für das Wachstum von Haaren zu suchen, die auf die Haut aufgetragen werden sollten.“ Das Team fand gleich zwei Präparate, die die sehr wissenschaftlich klingenden Bezeichnungen RCGD423 und UK5099 bekamen. Letzteres scheint das wichtigere zu sein. Es regt die Laktatbildung in der Kopfhaut an. Vom zweiten Präparat ist nur bekannt, dass es Signale von der Zellhülle zum Zellkern weitergibt. Das scheint die Aktivierung der Stammzellen zusätzlich anzuregen.


Tests an Menschen stehen noch aus

Christofk und Lowy rührten Salben zusammen, die die Wirkstoffe enthalten, und behandelten damit Mäuse. Prompt begannen deren Fellhaare zu wachsen. Tests an Menschen stehen noch aus. Zunächst gibt es vorklinische Versuche. Im Nächsten Schritt werden menschliche Glatzen behandelt. Doch erst wenn die US-Zulassungsbehörde FDA sicher ist, dass die Salben keine für Menschen schädlichen Nebenwirkungen hat kann der Kampf gegen Glatzen auf breiter Front beginnen.

via UCLA

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