Elektrobusse sind die Zukunft, da sind sich Verkehrsexperten und Ökonomen einig. Zusammen mit mehreren Projektpartnern, haben Frauenhofer Forscher eine Lösung entwickelt Linienbusse binnen weniger Minuten komplett aufzuladen. Das neue Schnellladesystem nennt sich EDDA-Bus und ist seit Februar bereits im Test. Insgesamt zeichnet sich das System durch vier wesentliche Komponenten aus. Dreh und Angelpunkt ist dabei eine gut funktionierende Infrastruktur, die stets Lademöglichkeiten sicher stellt. Im Schnitt legen Linienbusse pro Tag 400 Kilometer zurück, ohne in den Betriebshof zurückzukehren.


E-Bus
Seit Februar 2015 fährt der EDDA-Bus auf einer neuen, 20 Kilometer langen Strecke. © Fraunhofer IVI

Kontaktsystem zum Nachladen auf dem Dach installiert

Um für die horrende Kilometerlaufleistung pro Tag entsprechend viel Energie zum Betrieb der Elektrobusse zur Verfügung stellen zu können, würde man riesige Akkus benötigen. Mangels Stauraum, müssen jedoch alternative Lösungen her halten. Der vorhandene Energiespeicher muss daher im Optimalfall im laufenden Betrieb innerhalb kürzester Zeit wieder aufgefüllt werden können. Dafür wurde das neue Schnellladesystem EDDA-Bus entwickelt. Es handelt sich dabei um einen Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF geförderten Verbundprojekts »Schnellladesysteme für Elektrobusse im ÖPNV. Dabei kommen vier Kerntechnologien zum Tragen.

Das Dresdener Unternehmen M&P GmbH entwickelte eine Ladestation, die sehr hohe Ladeleistungen ermöglicht. Dafür werden auch spezielle Batterien benötigt, die für derartig hohe Ladeaufnahmen ausgelegt sind. Die Spezial-Batterien liefert die HOPPECKE Advanced Battery Technology GmbH. Die Vossloh Kiepe GmbH kümmert sich schließlich um die Anpassung der Leistungselektronik und die Schunk Bahn- und Industrietechnik GmbH entwickelte zusammen mit dem IVI das auf dem Dach befestigte und als Herzstück der Entwicklung fungierende Kontaktsystem. Die Technologie ist so ausgefeilt, dass diese höchsten Sicherheitsanforderungen entspricht. Bei derart stark fließenden Strömen sollt das auch oberste Priorität haben.


E Bus
EDDA-Bus © Fraunhofer IVI

Für das Kontaktsystem mussten schließlich auch thermostabile Bauteile gefertigt werden. Das ist erforderlich gewesen, da im Gegensatz zu Straßenbahnen, die während der Fahrt mit Strom versorgt werden, beim Ladeprozess im Stillstand hohe Temperaturen entstehen. Herkömmliche Bauteile würden hier Schaden nehmen.

Ladevorgang soll den Fahrer nicht zusätzlich belasten

Eine große Herausforderung war es auch den Ladevorgang so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Der Busfahrer soll schließlich nicht noch zusätzlich belastet werden. Der Bus muss zum Laden einfach an der Ladestation unter die Kontakthaube gefahren werden. Zur Orientierung dient eine Markierung am Fahrbahnrand. Für die Feinheiten im Hinblick auf die Positionierung unter der Ladehaube sorgt dann ein akustisches Signal. Der Rest läuft automatisiert ab. Schließlich positioniert sich der Kontaktkopf selbst und dockt anschließend an der Ladehaube an um den Ladevorgang automatisch zu starten. Der Fahrer bekommt nach dem erfolgreichen Manöver auch live den Batterieladestand angezeigt. Sollte einmal Eile im Spiel sein, kann der Ladevorgang auch vorzeitig unterbrochen werden.

Der EDDA-Bus konnte sich bereits in einem ersten Praxistest im Dresdener Linienbetrieb behaupten und hat zudem überzeugt. Pro Kilometer verbraucht der E-Bus 1,19 kWh. In etwas mehr als sechs Minuten ist der Bus wieder voll aufgeladen. zu beachten gilt, dass der Bus nicht elektrisch, sondern mit einer Dieselstandheizung geheizt wird. Alles in allem können sich die Verbrauchswerte und auch die neue Schnellladelösung durchaus sehen lassen.

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