Elektroautos sind im Gegensatz zu den Verbrennertypen sehr leise und nahezu geräuschlos. Das bringt Vorteile aber auch Nachteile mit sich. Obwohl die E-Autos um ein Vielfaches leiser sind, erreichen moderne Fahrzeuge ebenfalls hohe Geschwindigkeiten. Ein Zusammenstoß mit Fußgängern oder Radfahrern würde daher auch unter Umständen schlimme Folgen herbeiführen. Zusammen mit Forschungseinrichtungen, dem europäischen Blindenverein und anderen Autoherstellern arbeitet Nissan an einem Frühwarnsystem für Elektroautos, das „Projekt Evader“ genannt wird.


Evader
Project Evader via Nissan

Warnsignal macht leise E-Autos hörbar

Das neue Frühwarnsystem kam bereits in Rahmen von Tests beim Nissan Leaf zum Einsatz. In der Frontscheibe der Fahrzeuge befindet sich dabei eine Kamera, die in der Lage ist Fußgänger und Radfahrer zu erfassen. Werden entsprechende Objekte erkannt, ertönt ein Warnsignal, das fünf Dezibel leiser ist als konventionelle Motorengeräusche, allerdings effektiv sei. Vor allem auch Menschen mit einer Sehschwäche beziehungsweise Sehbehinderung konnten den mit dem Frühwarnsystem ausgestatten Leaf rechtzeitig hören. Das Warnsignal, das keinesfalls eine erschreckende Hupe sein soll, ertönt aus sechs Lautsprechern, die um das Auto herum positioniert sind. Es handelt sich dabei um ein Geräusch, das nicht stören soll.

Evader leitet sich von „Electric Vehicle Alert for Detection and Emergency Response“ ab und wird von der EU gefördert. Es ist möglich, dass ein derartiges System in Zukunft auch gesetzlich verankert und bei Elektroautos vorgeschrieben wird.


Authentische Fahrgeräusche statt Warnsignale

Der japanische Elektroauto-Hersteller GLM möchte seine Elektroautos der Reihe ZZ in Zukunft ebenfalls nicht mehr lautlos auf die Straße schicken und arbeitet daher eifrig an speziellen Sound Designs. Unterstützung sucht sich der Automobilbauer bei der Synthesizer-Schmiede Roland um gemeinsam an neuen „neo-futuristischen“ Fahrgeräuschen zu arbeiten. Die Fahrgeräusche sollen wie auch bei den Autos mit Verbrennungsmotor dynamisch entstehen und verschiedene Aktionen des Fahrers (etwa beim Beschleunigen) mit unterschiedlichen akustischen Sounds untermalen. Die Wiedergabe der spezifischen Motorparameter wäre eine zweite Möglichkeit E-Autos hörbar zu machen. Auch Audi USA arbeitet seit drei Jahren bereits an Sounds für die neuen Elektroautos. Dazu gibt es nun zwei kleine Videoclips.

In den USA gibt es bereits Vorschriften die besagen, dass Elektroautos auch Geräusche abgeben müssen, wenn diese langsam unterwegs sind. Schließlich arbeiten auch andere Hersteller bereits mit Roland zusammen an Sounds für die E-Fahrzeuge. So wurde auch schon ein Elektro-Smart mit dem Sound eines V8-Motors gespeist.

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