Sauberes Wasser wird global gesehen immer mehr zur Mangelware. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben etwa eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Ein US-amerikanisches Startup hat den Prototyp eines Desalinierungssystems vorgestellt, dass nur durch die Bewegung der Wellen angetrieben wird.


saros

Desalinierung dank Wellenenergie

Das System von EcoH2O Innovations hört auf den Namen „Swell Actuated Reverse Osmosis System“ (SAROS) und ist kompakt, transportierbar und unabhängig von externen Energiequellen. Das System wurde für Inselgegenden entworfen, wo Trinkwasser oft eine rare Ressource ist. Traditionelle Meerwasserentsalzung ist teuer und verbraucht viel Energie, die nicht selten durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe produziert wird, was seinerseits wieder zu einem steigenden Meeresspiegel beiträgt. SAROS dagegen basiert auf einem Bojenprinzip und zieht Energie aus den Wellenbewegungen des Meeres, die das Meerwasser durch ein umgekehrtes Osmose-System pumpen, das das Meerwasser in Trinkwasser verwandelt. Das Wasser gelangt anschließend durch einen Schlauch an Land. Nach Angaben der Entwickler können die Kosten für die Produktion von Trinkwasser mit SAROS halbiert werden.


SAROS ist inzwischen bereits bei der zweiten Prototyp-Version angelangt. Der neue Prototyp ist kleiner, besteht aus weniger Komponenten und ist leichter zu transportieren. Ein einzelnes Gerät kann täglich über 11.000 Liter Trinkwasser produzieren. Die Desalinierung funktioniert auch, wenn das Wasser relativ ruhig ist, wobei ein gewisser Wellengang Voraussetzung ist.

Pilotprojekte in Puerto Rico und Haiti

Ganz neu ist die Idee von EcoH2O jedoch nicht. Schon vor ein paar Jahren wurde mit dem Kanadischen Odyssée-Desalinator-Projekt etwas ähnliches versucht. Das Projekt musste aber wegen mangelnden Geldmitteln eingestellt werden. EcoH2O hat kürzlich eine Indigogo-Kampagne gestartet, um Mittel für Pilotprojekte mit dem SAROS-System zu sammeln, die in Haiti und Puerto Rico durchgeführt werden sollen. Zudem scheint SAROS deutlich weiter entwickelt zu sein als es das Odyssée-Projekt war.

EcoH2O konzentriert sich bewusst auf ein relativ simples System, das lediglich Trinkwasser ohne „Extras“ wie Elektrizität oder ähnliches bereitstellen soll. Theoretisch könnte SAROS auch so umgebaut werden, dass das System elektrische Energie produziert, von selber Wasser pumpt um Ölverunreinigungen zu beseitigen oder sogar Plastikmüll aus dem Wasser filtert.

Das Unternehmen hat sich bereits mit Partnern aus der Wirtschaft zusammengetan, wie etwa Autodesk. Außerdem sind mehrere Organisationen mit an Bord, die sich den Kampf gegen den Trinkwassermangel auf die Fahnen geschrieben haben.

via NewAtlas

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