Während das klassische TV-Programm immer mehr zur scripted reality Müllhalde avanciert, und Sarah und Pietro bis auf die Toilette mit der Kamera verfolgt werden, orientieren sich immer mehr Zuschauer um und zwar in Richtung Youtube. Allerdings gewinnen auch weitere Online-Video-Formate immer mehr Zuschauer. Wir wollen in diesem Artikel einmal durchleuchten, wie sich Youtube und die Konkurrenz aus dem Hause Netflix aber auch Snapchat und Facebook entwickelt.


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Youtube der noch unschlüssige Ur-Gigant

Youtube hat bereits mehr als zehn Jahre auf dem Buckel und ist im Online-Video-Bereich ein Ur-Gestein. Schon längst haben sich feste Größen etabliert. Die Rede ist dabei nicht nur von großen Musik-Labels und Filmstudios und Produzenten, sondern auch von den Youtube-Stars, die teilweise hunderttausende Follower haben und (noch) Millionen Menschen erreichen. Jedes Jahr kommen tausende Kanäle dazu und Youtube wächst und wächst. Die erfolgreichen Kanäle gedeihen mit den Vorlieben der Zuschauer. Schließlich können diese auch mit ihrem Interesse oder Nichtinteresse mitbestimmen, was gezeigt werden soll. Youtuber können über dieses Medium wunderbar mit ihren Zuschauern interagieren und zusammen groß werden. Das ist ein entscheidender Unterschied beispielsweise zu Netflix. welches den filmischen Abend bestimmt. Hier wird der Fokus auf qualitativ hochwertigen Videocontent gelegt. Produzenten von Serien können sich austoben und bekommen die Mühen auch entsprechend honoriert. Was die Reichweite des Videocontents anbelangt, hat Youtube jedoch die Nase vorn. Dennoch können nur die wenigstens von den Produktionen leben. Anders also als bei Netflix.


Youtube-Trendchannel

  • Kindervideos (Lernvideos, Wissen aber auch Geschichten)
  • Schlagerkanäle
  • Tutorials (Schminken, Heimwerken, Software)
  • Vorträge
  • Nachrichten
  • Vlogs

Filme drehen war noch nie so einfach und günstig

Betrachten wir die Fülle an Angeboten, die täglich neuen Content in das Netz spülen, zeigt sich nicht unbedingt ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Vielmehr bieten die einzelnen Plattformen das, was die Nutzer bevorzugen und danach dann die entsprechenden Intensitäten bestimmen. Youtubevideos sind über einen längeren Zeitraum recht gut auffindbar, während die Live-Videos, wie diese Facebook, Periscope und zeitnah auch Instagram anbieten eher kurzlebiger Natur sind. Dank der mittlerweile recht erschwinglichen Consumer-Elektronik ist es im Übrigen auch noch nie so einfach gewesen, Videos für die Allgemeinheit zu drehen und zu veröffentlichen. In Zukunft werden also auch Live-Videos eine gute Ergänzung zu Youtube-Inhalten und Netflix darstellen. Von einem Ersetzen dürfte allerdings nicht die Rede sein. Am Ende ist es auch immer die Frage danach, wie sehr die unterschiedlichen Nutzer sich auch inhaltlich angesprochen fühlen. Dafür liefern Live-Videos aber auch Youtube super Indikatoren, nämlich in der Form von Likes, Kommentaren und den Reichweiten. Die Schwelle ein Video zu produzieren ist ungemein niedrig. Es braucht keine große Vorlauf- und Planungszeit. Den Button klicken und los geht’s. Auf der anderen Seite sitzen dann die Nutzer und schauen entweder gespannt zu, weil das Format gefällt, oder sind genervt, weil der Freund XY schonwieder irgendeinen langweiligen Misst streamt. Aber auch das könnte für den anderen Nutzer schonwieder interessant sein.

Facebook bezahlt Bild und Co für Live-Videos

Liveshows gehören schon immer zu den Königsdisziplinen. Und diesen Punkt hat Facebook durchaus schon recht früh wieder für sich entdeckt, um die Nutzer auch in Zukunft noch bei Laune zu halten. Das Angebot ist da, die Smartphones verfügen über die nötige Technik und dennoch halten sich die Live-Videos in Grenzen. Eine Geschichte, die Facebook im Übrigen nicht ganz so toll findet. Deshalb wird auch zu recht umstrittenen Mitteln gegriffen. So ist es ein offenes Geheimnis, dass Facebook ausgewählte Medien auch für live Streams bezahlt. Zu den gesponserten Kollegen gehören Bild, Buzzfeed aber auch Real Madrid. Die gesponserten Inhalte sollen für qualitativ hochwertigen Content sorgen. Diesen forciert das blaue soziale Netzwerk, um die Nutzer wieder mehr zu halten. Dass auch Privatpersonen Live-Videos erstellen und senden können ist ein nettes Nebenfeature. Und letztlich soll auch der kleine Nutzer von der Live-Video-Funktion überzeugt und angefixt werden.

Für jeden was dabei

Aber in welche Richtung wird es nun in Zukunft gehen? Verweilen wir auf lange Sicht nur noch bei Facebook, weil wir hier neben Katzenbildern, absurden Auto-Videos und lustigen Markierungs-Bildchen und Challenges auch die Nachrichten konsumieren und mit unseren Freunden aber auch anderen Medien sofort interagieren können? Die Frage kann durchaus mit einem soliden Nein beantwortet werden. Dennoch nehmen Nachrichtenvideos und Inhaltsvermittlungsvideos nicht nur bei Youtube stets zu. Die Konsumenten möchten Dinge auch bevorzug bewegt wahrnehmen. Lieber schauen wir Vorträgen zu, als lange Texte zu lesen. Auch Anleitungen und Tutorials lassen sich bequemer anschauen.

In Zukunft werden Inhalte auf Plattformen wie Youtube und Netflix sich qualitativ abheben von dem, was wir bei Snapchat und Co zu sehen bekommen. Der Fokus dieser Plattformen ist schon ganz klar in Richtung kurzer und reichweitenstarken Videos gerichtet, die jedoch nach zwei Wochen nicht mehr abrufbar sind. Auf Youtube finden wir vermehrt Videos, die im Schnitt fünf bis 20 Minuten lang sind und die Serien- und Filminhalte gibt es dann schön aufbereitet bei Netflix und Co. Und genau in dieser Richtung wird es in Zukunft auch weiter gehen. Der klassische TV-Inhalt wird immer mehr abgeschrieben und von Shows und mittel-bis schlechten Tagesproduktionen geprägt, die Menschen höheren Alters noch unterhalten.

Snapchat spricht hingegen die Millennials an und fesselt die User, trotz kurzer Videos, eine recht lange Zeit. Das liegt unter anderem an dem einfachen Interface und dem Story-Telling-Format. Der Nuzter klickt sich von einer Geschichte zur nächsten. Apps wie Snapchat aber auch Instagram bieten genau das, was die Nutzer von heute bevorzugen. Es ist ein anderes Konsumverhalten als noch vor zehn Jahren. Warum ist Snapchat so erfolgreich? Diese Frage wird immer wieder gestellt. Die Antwort lautet, weil das Medium sehr schnell funktioniert und Videos sofort und hochkant abgespielt werden. Zudem kann man sauber weiterspringen und Inhalte einfach Verändern, mit Filtern anpassen und „manipulieren“. Diese Funktionen fehlen Youtube bis heute. Diese Funktionen braucht Youtube allerdings auch nicht, weil es ja eine andere Gruppe anspricht beziehungsweise andere Konsumgewohnheiten befriedigt. So kann der sogenannte „snackable“ Content komplett zu Snapchat abwandern. Youtube orientiert sich dann lieber am oberen Ende, das bei Videos und Webshows zwischen einer viertel Stunde und 20 Minuten liegt. Statt einem Verdrängen, wird das Nebeneinander der verschiedenen Formate der Schlüssel sein.

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