Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Dies hängt nicht zuletzt mit der Fähigkeit der Krebszellen zusammen, sich vom eigentlichen Tumor abzutrennen und durch den Körper zu wandern. An anderer Stelle sieden sie sich dann wieder an und breiten sich aus. Über diesen als Metastase bekannten Vorgang ist bisher allerdings nur recht wenig bekannt.


Tumor im Magen
Foto: Magen-Tumor; Hellerhoff CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Krebszellen reisen mit dem Blutkreislauf

Zwei Wissenschaftlern der „Johns Hopkins University“ ist es nun gelungen, die Ausbreitung der Krebszellen künstlich nachzustellen. Diese dringen nämlich in die Blutbahnen des Körpers ein und reisen quasi mit dem Blutkreislauf durch den menschlichen Organismus – bis sie eine Stelle gefunden haben, wo sie weiteren Schaden anrichten können. Ein genaueres Verständnis dieses Prozesses könnte dazu führen, dass Behandlungsmethoden entwickelt werden, die die Reise der Krebszellen stoppen, bevor weiterer Schaden entsteht.

Im menschlichen Körper selbst ist die Reise der Krebszellen allerdings für die behandelnden Ärzte und die forschenden Wissenschaftler nicht sichtbar. Deswegen erschufen Andrew Wong und Peter Searson eine künstliche menschliche Ader, die von menschlichem Bindegewebe umgeben war. In dieses Gewebe injizierten die Forscher schließlich einige farblich markierte Krebszellen. Unter dem Mikroskop waren die Forscher nun in der Lage, das Verhalten der Krebszellen zu beobachten und sogar Foto- und Videoaufnahmen anzufertigen.


Dauer des Experimentes: Fünf Tage

Auf diesen ist zu sehen, wie sich einzelne Krebszellen in Richtung Ader vorarbeiten und dort immer größer werden. Sie attackieren dann die Außenwand der Ader so lange, bis die Fließkraft der durchströmenden Flüssigkeit so groß ist, dass die Krebszellen mitgerissen werden. Dieser Prozess dauerte unter dem Mikroskop allerdings gut fünf Tage – bei frühzeitiger Diagnose also theoretisch ausreichend Zeit um Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die beiden Forscher wollen nun bereits existierende Krebsmedikamente auf ihre Auswirkungen auf die Metastase der Krebszellen untersuchen. Später sollen diese Erkenntnisse dann bei der Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen.

Quelle: iflscience

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