In Deutschland gibt es bereits seit drei Jahren ein sogenanntes Hybridkraftwerk, das Windenergie erzeugt und überschüssige Energie in Wasserstoff umwandeln und so speichern kann. Jetzt wollen auch die Chinesen nachziehen. Um ihre Vision vom eigenen Hybridkraftwerk zu verwirklichen, haben sie sich deutsche Hilfe ins Boot geholt.

Das deutsche Vorbild steht in Prenzlau
Das deutsche Vorbild steht in Prenzlau

Zwei mögliche Varianten: Drucktanks und Metallhydridspeicher

Hybridkraftwerke nutzen herkömmliche erneuerbare Methoden wie etwa Windkraft und Biogas, um Energie zu gewinnen. Das Besondere jedoch ist, dass mit nicht benötigter Energie Wasserstoff hergestellt wird. Dieser dient als Stromlieferant, wenn die aus anderen Quellen gewonnene Energie nicht ausreicht, um die Nachfrage zu befriedigen.

Das Kraftwerk in China befindet sich noch in der Planungsphase. Besonders die Frage der Wasserstoffspeicherung ist noch nicht entschieden. Zur Wahl stehen entweder Drucktanks oder Metallhydridspeicher. Wird Wasserstoff in Tanks gespeichert, so muss das unter extrem hohen Druck geschehen, da die Energiedichte nicht ausreichend ist, um direkt Strom zu erzeugen. Hydridspeicher hingegen sind eine Verbindung aus Metall und Wasserstoff. Sie haben den Nachteil, dass nur sehr langsam Wasserstoff abgegeben werden kann. Dafür ist aber kein hoher Druck nötig, was diese Methode sicherer macht.

Unsicher ist auch noch, ob das chinesische Kraftwerk den Strom direkt aus einer Brennstoffzelle gewonnen werden soll, oder ob der Wasserstoff einen Generator antreiben wird. Teilweise soll der Wasserstoff auch für Autos mit Brennstoffzelle zur Verfügung gestellt werden.

Die Entscheidungen müssen auf jeden Fall bald getroffen werden. Die Komponenten der Anlage sollen 2016 nach China transportiert werden. Für den Bau des Kraftwerks hat sich der Bauherr „Hebei Constructions“ Hilfe aus Deutschland geholt.

Deutsches Kraftwerk als Vorbild

Vorbild für das Hybridkraftwerk ist ein deutsches Kraftwerk in Prenzlau, das das erste derartige Hybridkraftwerk seiner Art ist. Deshalb hat sich der chinesische Bauherr an deutsche Firmen gewandt. Encon Europe aus Berlin ist zuständig für das Engineering, und der Elektrolyseur, die Einheit, die Wasser in Wasser- und Sauerstoff spaltet, kommt von McPhy Energy Deutschland aus Wildau in Brandenburg.

Die chinesische Anlage wird mit einer Leistung von vier Megawatt das größte Hybridkraftwerk der Welt sein. Zum Vergleich: Das deutsche Kraftwerk liefert etwa 500 Kilowatt. Der Strom soll von einem bereits existierenden Windpark in Guyuan kommen, einer Stadt in der autonomen Region Ningxia. Im Jahr 2017 schon soll mit der Wasserstoffproduktion begonnen werden.

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