Eine australische Firma prägt momentan eine Sportart, die sich zu einem neuen Trend entwickeln könnte. Bei Unified Weapons Master (UWM) treten die Sportler in einer von der Firma Chiron Global entwickelten Hightech-Rüstung in einem Martial-Arts-Vollkontakt-Kampf mit Waffen gegeneinander an.


Bild: Chiron Global
Bild: Chiron Global

Vollkontakt-Kampfsport mit Rüstung

Kampfsport übt eine gewisse Faszination aus, auch wenn er sehr brutal wird. Das zeigt allein schon das Interesse an der Ultimate Fighting Championship (UFC), deren Übertragung in Deutschland seit 2010 verboten ist, eine Entscheidung, um die bis heute ein Rechtsstreit tobt. Das Verbot wurde damals mit der großen Brutalität der Kämpfe begründet.

Bei UWM-Kämpfen ist diese Gefahr eher gering. Denn die Kämpfer, die gegeneinander antreten, sind durch eine Rüstung aus Kevlar und Kohlenstofffaser geschützt, die der Hersteller auf den Namen “Lorica” getauft hat. Diese ist leicht genug, um den Athleten eine große Beweglichkeit zu ermöglichen, aber auch stabil genug, um den Sportler vor harten Treffern zu schützen. Zusätzlich sind 52 Sensoren verbaut, die Schläge samt deren Aufprallenergie registrieren. Dies bietet zwei wesentliche Vorteile: Zum einen ist es nicht mehr notwendig, die Schläge wie bei anderen Kämpfen mit Waffen nur anzudeuten, da diese bei den Kämpfern nur noch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen führen können. Zum anderen ist es möglich, mittels der Sensoren eine Art “Gesundheitsbalken” zu nutzen, wie er bei Computerspielen üblich ist. Dies bietet eine einfache Möglichkeit, über den Ausgang der Kämpfe zu urteilen.


Erste offizielle Kämpfe finden noch dieses Jahr statt

Im März fanden in der Stadt Wellington in Neuseeland erste Testkämpfe mit den Rüstungen statt. Erste offizielle Kämpfe sollen dann später dieses Jahr in Australien stattfinden. Angeblich hat auch schon das Militär mehrere Staaten Interesse an Lorica bekundet, um die Rüstung zu Ausbildungszwecken einzusetzen.

Aber auch eine solche Rüstung hat Limitierungen. Beim Kampf mit den Händen sind die Gelenke ein oft verwendetes Ziel, und wie auch andere derartige Schutzkleidung ist die Lorica-Rüstung in diesen Bereichen weich, um mehr Mobilität zu ermöglichen. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass Chiron sich bei den Kämpfen auf Stöcke und Schwerter als Waffen konzentriert, da bei solchen Kämpfen seltener auf die Gelenke gezielt wird.

Kritik kommt teilweise aus den Reihen der Schwertkämpfer. Diese merken an, dass das Wissen, den Gegner nicht ernsthaft verletzen zu können, oft zu unvorsichtigen Attacken führe, die in einem echten Kampf mit ernsthaften Verletzungsrisiken einhergehen würden. Als Trainingsmethode für Kämpfe unter richtigen Bedingungen eigne sich die Rüstung daher eher nicht.

Diese Kritik berührt die Verwendung als Sportgerät allerdings nicht. Und es ist zu erwarten, dass Vollkontakt-Kämpfe mit Bewaffnung durchaus eine große Zuschauerzahl ansprechen würde.

via The Economist

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