Der Fracking-Boom in den Vereinigten Staaten schien sich eigentlich bereits dem Ende entgegen zu neigen. Denn die weltweit niedrigen Öl- und Gaspreise sorgen aktuell dafür, dass sich der unkonventionelle Abbau oftmals finanziell nicht mehr lohnt. Viele Firmen sind daher in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Der neue US-Präsident Donald Trump hat allerdings angekündigt, der Technologie zu einem Comeback verhelfen zu wollen. Die Environment Protection Agency (EPA) der Vereinigten Staaten wiederum hat nun die finale Version einer Studie präsentiert, die sich mit den Auswirkungen des Frackings auf das Grundwasser befasst. Das Ergebnis: Der unkonventionelle Abbau stellt eine Gefahr für die Trinkwasserreserven der Vereinigten Staaten dar.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

In den letzten Jahren hat sich der Verdacht erhärtet

In einer ersten Variante der Studie aus dem Jahr 2015 wurde noch festgehalten, dass es „keine Beweise für eine systematische Verunreinigung von Wasser durch Fracking gibt.“ In der nun veröffentlichten finalen Version fehlt diese Aussage allerdings. Der simple Grund: Die Aussage ließ sich empirisch nicht länger halten. Dazu beigetragen haben dürften vor allem neue Erkenntnisse. So wurde im Mai vergangenen Jahres bekannt, dass im US-Bundesstaat Pennsylvania erstmals Fracking-Chemikalien im Trinkwasser nachgewiesen werden konnten. Eine weitere Studie konnte zudem aufzeigen, dass alleine seit dem Jahr 2009 mehr als 600 Millionen Liter Frackingwasser unkontrolliert ausgetreten sind. Die Wissenschaftler der US-Umweltschutzbehörde betonen allerdings auch, dass noch weitere Studien notwendig sind, um die Problematik vollständig beurteilen zu können.

Trumps Energie-Berater haben Verbindungen zur Fracking-Industrie

Die Behördenführung verzichtet daher auch auf politische Handlungsempfehlungen zu diesem Thema. Die ersten Personalentscheidungen von Donald Trump deuten allerdings nicht darauf hin, dass die Fracking-Unternehmen zukünftig mit schärferen gesetzlichen Vorgaben rechnen müssen. So kommt beispielsweise Trumps wichtigster energiepolitischer Berater Harold Hamm direkt aus der Fracking-Branche. Der designierte EPA-Chef Scott Pruitt wiederum hat sich in der Vergangenheit immer wieder für weniger staatliche Regulierungen bei der Erschließung von Energievorkommen ausgesprochen. Es ist also eher nicht davon auszugehen, dass die nun final veröffentlichte Studie zu einer Kehrtwende in Trumps Energiepolitik führen wird.


Via: New York Times

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