Erst kürzlich stellte der Architekt Stefano Boeri in China die Pläne für die Nanjing Towers vor, den ersten vertikalen Wald Asiens. Nun wurde bekannt, dass der italienische Architekt noch weitaus größere Pläne hat: Mit einer Art „Waldstädte“ möchte er in China gegen Luftverschmutzung vorgehen. In diesen Städten sollen alle hohen Gebäude nach dem Vorbild der Nanjing Towers bzw. des Wolkenkratzers Bosco Verticale begrünt werden. Boeri möchte so die Luftqualität erhöhen. Als erste Stadt, in der dieses ambitionierte Vorhaben umgesetzt werden soll, wurde die Stadt Liuzhou auserkoren.

Mit vertikalen Wäldern gegen die Luftverschmutzung

Luftverschmutzung ist in China ein weit verbreitetes Problem. Eine stetig steigende Zahl privater PKW und große Industrieanlagen sorgen in vielen Städten im Reich der Mitte für schlechte Luftqualität. Bäume und andere Pflanzen können da durchaus hilfreich sein, da sie CO² aus der Luft aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Viele chinesische Städte bieten aber nicht wirklich viel Platz für Parks. Mit dem Konzept des vertikalen Waldes, bei der einfach die Fassade von Hochhäusern bepflanzt wird, will Boeri dem Problem entgegentreten.

We have been asked to design an entire city where you don’t only have one tall building but you have 100 or 200 buildings of different sizes, all with trees and plants on the facades. We are working very seriously on designing all the different buildings. I think they will start to build at the end of this year. By 2020 we could imagine having the first forest city in China„, so Boeri gegenüber dem Guardian.

Bauarbeiten sollen bereits dieses Jahr beginnen

Neben den vertikalen Wäldern sieht das Konzept für Boeris grüne Städte auch kommunale Grünflächen vor. Bei der Städteplanung setzt Boeri auf ein von Blütenblättern inspiriertes Design, das um die Grünflächen angeordnet ist.

Die erste Stadt, die so in eine Art grünes Paradies verwandelt werden soll, ist die 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt Liuzhou in der südchinesischen Provinz Guangxi. Die Umformung soll bereits in diesem Jahr beginnen. Anschließend möchte Boeri sich Shijiazhuang in der Provinz Hebei vornehmen, eine Stadt, die zu den chinesischen Städten mit der schlechtesten Luftqualität zählt.

 

Bilder: Stefano Boeri

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