Erfahrungsbericht unserer Probefahrt mit dem neuen VW up!
Der neue VW up! im Trends der Zukunft Test. Wir haben eine Probefahrt gemacht.

Volkswagen möchte laut CEO Martin Winterkorn der größte Autobauer der Welt werden, doch wer viele Autos verkaufen möchte, der muss auch kleine Brötchen backen können, die sich verkaufen. Nach den eher mäßig verkauften Modellen Fox und Lupo soll nun der neue kompakte Kleinwagen VW up! den Weg in den Massenmarkt ebnen. Ein Auto das vom Studenten über die Hausfrau bis zum Pensionisten für jeden eine preiswerte und qualitativ hochwertige Option darstellt. Zudem ist der up! das erste Auto in der Modellpalette von Volkswagen, das knapp unter 10.000 Euro Listenpreis zu haben ist. Allerdings leider nur in der absoluten Basisausstattung. Trends der Zukunft bekam die Gelegenheit den VW up! bei der Premiere in Rom zu testen und probefahren zu können. Hier unsere Erfahrungen aus der VW up! Probefahrt.


Bilder vom VW up!

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Ergebnisse des VW up! Tests nach der Probefahrt

Mit meinen 192 cm war ich sehr gespannt darauf, wie ich im neuen Volkswagen up! Platz finden werde, da sich schon ältere Golf oder Audi A4 Modelle bei mir nur ganz knapp ausgehen. Umso größer war die Überraschung als ich dann das erste mal in Rom in einem up! Platz nahm und sogar noch ausreichend Platz für eine Igel-Frisur gewesen wäre.


Die Türen sind zumindest in der 3-Türer Variante sehr lang und lassen sich sehr weit öffnen. Ich denke gerade für ältere Leute oder Personen mit einem Rollstuhl lässt sich das Auto somit sehr bequem besteigen und verlassen. In der später folgenden 5-Türer Variante wird die Türöffnung vermutlich etwas verkleinert werden um Platz für die Hinter-Türen zu schaffen.

Da der up! ein 4-Sitzer ist gibt es natürlich auch eine Rückbank. Ich denke mal wenn die Person auf dem Vordersitz max. 175 cm ist, hat auch die Person auf dem Rücksitz noch genügend Beinfreiheit. Ansonsten geht sich zumindest ein Kindersitz problemlos aus.

Wer nur alleine oder zu zweit unterwegs ist, kann die Rückbank auch umklappen und den Kofferraum somit um einiges erweitern. Wenn man dann noch den Beifahrersitz ganz nach hinten kippt geht sich auch ein 2 Meter Regal super aus. Doch auch wer die Rückenlehne nicht umklappt bekommt in den Kofferraum des up! ganz leicht 2 Bierkisten und ein paar tüten Chips und Popcorn rein. Für den Studenten-Einkauf allemal ausreichend. Man muss nach dem einladen lediglich daran denken die Kofferraum Abdeckung wieder nach unten zu klappen, da hier keine Bändel oder ähnliches befestigt sind, welche diese automatisch hoch und runter fahren würde. Eine Kleinigkeit an die man normalerweise gar nicht mehr denkt, die einem aber sofort auffällt, wenn man im 3-spurigen Feierabend-Verkehr versucht die Spur zu wechseln und im Mittelspiegel nur eine graue Abdeckung sieht.

Die Fahrer- und Beifahrersitze muten wie Sportsitze an und bieten einen ausgezeichneten Seitenhalt und sind ergonomisch geformt. Die Kommentare von Nostalgikern, dass sie die verstellbare Nackenstütze vermissen kann ich nicht teilen. Gerade bei den dynamischen Fahrmanövern in den Kreisverkehren Roms war ich um den Seitenhalt in den Sitzen sehr dankbar.

Im Innenraum des Fahrzeuges merkt man, das minimalismus und kosteneffizienz nicht immer etwas negatives sondern auch sehr schön sein können. So ist z.B. der Rahmen des up! nicht mit Plastik-Panelen in Leder-Optik beklebt sondern wurde Schick in der Aussenfarbe des Wagens lackiert. Man merckt an vielen Kleinigkeiten, das VW versucht hat die Kosten niedrig zu halten und vor allem da zu sparen, wo es nicht weh tut. Dazu zählen auch die elektrischen Fensterheber die Fahrer und Beifahrer zwar jeweils für sich haben, auf die zentrale Fensterheber-Steuerrung auf der Fahrerseite wurde jedoch aus Kostengründen verzichtet. Auch die Ablageflächen sind sehr spartanisch ausgestattet. in der Mittelkonsole empfiehlt es sich einen Anti-Rutsch Gummi zu kaufen damit Handy und Co nicht immer von einer Seite zur anderen kullern. Der 12V Zigaretten/Stromanschluss ist inklusive, allerdings müsste man für den Aschenbecher extra zahlen. Im Sinne der Sicherheit und aus Fairness für die Nichtraucher aber eine verständliche Entscheidung. Auch das Handschuhfach kommt in der Basis-Ausführung leider ohne Abdeckung.

Die Aussenansicht des VW up! ist eher unscheinbar und neutral. Weder sieht er extrem niedlich aus noch extrem sportlich oder schlicht. Was manche bedrücken mag zeigt aber andererseits auch wieder die Hoffnung und den Anspruch von Volkswagen ein Auto für „Jedermann“ (und natürlich Frau) zu bauen. So schließt das Design niemanden aus und es ist zweckorientiert stylish. Im Gespräch auf die Ähnlichkeit des Designs mit anderen Kleinwagen angesprochen lautete die Antwort:

„Stellen Sie so einen Kleinwagen mal in den Windkanal. Da wird schnell klar weshalb genau diese Form gewält wurde.“

Wer einen geringen Spritverbrauch möchte, der muss das Design eben der Aerodynamik des Windes anpassen.

Zudem merkt man an den Sonder-Editionen Black up! und White up!, wie kleine Details eine große Wirkung haben können. Hübsche Alufelgen, Chrom-Zierleiste an der Seite und verchromte Rückspiegel – Schon sieht der VW White-up! wie ein niedliches Frauenauto aus. Nimmt man die Black-up! edition hat man dafür im Handumdrehen ein lässiges Jugendauto mit dem man durchaus Eindruck schinden kann. Schwarz-Rote Sitze in Sportwagen-Design kombiniert mit einem guten Sound-System und coolen Felgen – Schon kann man lässig vor der Disco vorfahren. Die vorher schon erwähnten Sitze lassen sich übrigens fast horizontal umklappen, was auch nach der Disko vielleicht von Nutzen sein könnte 😉

Auch wenn in der Basisversion des up! viele Elemente der Sonder-Editionen nicht in der Ausstattung enthalten sind und die Einrichtung sehr spartanisch wirkt, so wurden bei sicherheitsrelevanten Elementen keine Kompromisse gemacht. Serienmäßig inklusive sind z.B. ein Elektronisches Stabilisierungsprogramm inkl. ABS mit Bremsassistent, ASR, EBV und MSR, Airbags für Fahrer und Beifahrer, mit Beifahrerairbag-Deaktivierung, ISOFIX-Halteösen (Vorrichtung zur Befestigung von 2 Kindersitzen auf der Rücksitzbank, Warnblinkautomatik bei Vollbremsung und eine elektronische Wegfahrsperre.

Zu guter-letzt noch zum Fahrgefühl im up! – Natürlich haben wir bei unserer VW up! Probefahrt auch getestet wie sich der Wagen fährt und wo er seine Macken hat. Dabei ist ganz klar zwischen der 60 und der 75 PS Version zu unterscheiden. Die 60 PS sind dabei nur jenen zu empfehlen, die in der totalen Ebene wohnen und fast nie schneller wie 50 km/h fahren. Dann kann man nämlich fast immer im 1. und 2. Gang bleiben und hat keine Probleme. Ansonsten hat der kleine Motor schon beim anfahren leichter Steigungen Probleme und man hat die Hand dauernd an der Handbremse. Auch beim schalten sind die Übergänge ziemlich holprig was nicht sehr angenehm ist. Bis 50 lässt sich der 60 PSer aber locker im 1. Gang fahren und bis 80 dann im 2. So kann man auch mit 60 PS dynamisch durch die City crusen, allerdings bin ich mir dann nicht mehr so sicher, ob der geringe Verbrauch eingehalten werden kann. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, für den ist auf jeden Fall der 75 PS Benziner zu empfehlen. Hier hat man ein sehr angenehmes Fahrgefühl, kommt immer gut von der Ampel weg und kann auch mal an einem Hügel anfahren ohne dass man Angst haben muss, dass der Motor absäuft.

Die Armatouren-Anzeige und die Elemente in der Mittelkonsole hat man dabei als Fahrer immer gut im Blick und wer schon einmal einen Volkswagen gefahren ist, findet auch alle Bedienelemente schnell wieder. Ein Volkswagen ist eben ein Volkswagen. Auch der Blick über die Straße und auf die Seite ist problemlos möglich und somit war auch der mörderische Fahrstil der Italiener bei unserem Test kein Problem.

Die Wirkung des VW up! auf andere Autofahrer und Passanten war in Rom allerdings doch sehr beachtlich und hin und wieder auch überraschend. Es liegt möglicherweise auch daran, dass Italien für Kleinwagen prädistiniert ist und diese deshalb mehr Aufsehen erregen als in Deutschland, doch aufgefallen sind wir Redakteure in unseren kleinen ups auf jeden Fall. Vor dem Hotel versammelten sich laufend Passanten um sich den kleinen Wagen aus Deutschland genauer anzusehen und nachzufragen, ob dies denn der neue Lupo sei. Auch wenn man auf der Straße mal nicht weiterkam konnte es durchaus vorkommen, dass ein Italiener im Nachbarauto herüber gestikulierte man solle doch das Fenster runter kurbeln und sich dann versucht hat mit einem zu unterhalten (Leider war mein Italienisch hierfür zu dürftig….). Der up! scheint auf andere aber durchaus sympathisch zu wirken und reges Interesse war deutlich zu spüren.

Noch eine Annekdote zum Namen up!, welche mir von einem der up!-Designer erzählt wurde. Anscheinend hat hier ein Vorstand das Team zur Namenssuche schon von Anfang an beeinflusst in dem er in etwa sagte

„Wir brauchen einen coolen Namen, kurz und pregnant, so als ob ich beim Lupo das L und das O weglassen würde…“

Einige Sitzungen und Brainstormings weiter wurde dann der Name UP geboren und mit einem ! versehen um cooler und dynamischer zu wirken *g* – Nur ein Gerücht natürlich. Keine Ahnung wie es tatsächlich ablief, aber klingt irgendwie schon glaubwürdig ^^

Video-Rundgang: VW up! von aussen & innen

Die wichtigsten Daten zum VW up!

Als Basis für die Werte wurde das Basismodell take up! mit 44kw (60 PS) gewählt.

  • Verbrauch kombiniert: 4,5 l / 100 km
  • Kraftstoff: Normal und Superbenzin 95; 35 l Tank
  • Schaltung: 5-Gang Getriebe
  • Geschwindigkeit: max. 160 km/h. Von 0-100 in 14,4 Sekunden
  • Größe: 1,54 m lang, 1,64 m breit (ohne Spiegel), 1,49 m hoch
  • Gewicht: 929 kg leer, 1.290 kg zul. Gesamtgewicht
  • Motor: 3-Zylinder-Ottomotor, 999 cm³, 95 NM / 3000 – 4300 1/min. Drehmoment
  • Emissionsklasse: Euro 5

Elektro E-up!, Erdgas Eco-up! folgen in Kürze

Auf der IAA in Frankfurt wurden auch schon weitere Entwicklungsstufen des up! vorgestellt. Darunter auch eine Elektroauto Variante, den „E-up! sowie einen up! mit Erdgasantrieb, den Eco-up!, welcher vor allem mit geringen CO2 Werten punkten soll. Auch ein 4-Türer soll bald folgen. Da im Volkswagen-Konzern mittlerweile alle neuen Modelle auf einem Baukasten-System basieren werden bald auch bei den anderen VW-Marken ähnliche Modelle erscheinen, bzw. wurden wie im Falle des Seat Mii bereits schon angekündigt. Ob andere Design-Studien wie z.B. ein Buggy up! jemals umgesetzt werden ist allerdings eher fraglich.

VW up! online konfigurieren und bestellen

up!-konfigurator

Wer möchte kann sich seinen eigenen up! online konfigurieren und nach seinen eigenen Wünschen zusammenstellen. Die take up! Basisvariante gibt es ab 9.850 Euro. Zur Erleichterung kann man auch schon mit den Modellen white up! (13.700 €), black up! (13.700 €), move up! (10.650 €) und high up! (12.450 €) beginnen und von dort aus weiter an seinem ganz persönlichen Style arbeiten. Je nach gewähltem Packet sind dann schon Zusatzfeatures integriert.

Hinweis: Von Volkswagen wurden sowohl Flug als auch Unterkunft zur Weltpremiere des up! nach Rom bezahlt. Der Artikel wurde jedoch freiwillig und ohne finanzielle Anreize verfasst und spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder.

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4 Kommentare

  1. Steven Grätchen

    10. Februar 2012 at 22:08

    Sorry, aber mit 50 bis 80 im 1. und 2. Gang??? Ich kenne schon 45PS Corsa`s, mit denen konnte man auch im 4. und 5. Gang fahren… Ansonsten, schöner bericht, aber da habt ihr wohl was falsch gemacht!?

  2. Andree

    6. August 2012 at 23:00

    Super Bericht, bin selbst 1,90 m. Bitte einen Bericht nachreichen für die Automatikversion 🙂

  3. Johann

    10. Januar 2013 at 19:00

    Dann doch lieber den Opel Adam mit 1.4 100 PS 4 Zylindern. Ein guter ausgereifter Motor.
    Ich kann mich sowieso nicht mit dem Innenraum von VW anfreunden, absoulut billig.
    Bei solchen Autos ist der Verbrauch eh immer relativ zu betrachten. Wer solche Autos kauft wird wohl nicht mehr als 10 000 km pro Jahr fahren… demzufolge wären es bei 0.5 l / 100 km mehr Verbrauch und einem angenommenen Preis von 2,- pro l (lässt sich besser rechnen) 100 Euro pro Jahr mehr kosten, also 8,33 Euro pro Monat…

  4. sego

    7. Februar 2013 at 17:37

    seid ihr das Auto überhaupt gefahren? Bis 50 im ersten oder zweiten Gang klingt nach Playstation-Kiddie … Im Alltag fährt niemand auch nur ansatzweise so.
    60 und 75PS sind zudem technisch identisch, haben beide dasselbe Drehmoment von 95nm, der 60er ist oberhalb von 5000 Umdrehungen per Software gedrosselt. Erst jenseits der 5000 Umdrehungen machen sich daher die Mehr-PS beim 75PS-Motor bemerkbar, darunter sind beide Motoren exakt gleich stark. Und genau so fahren die sich dann auch. Beim Anfahren merkt man wenig bis gar keinen Unterschied. Im 5. Gang bei höheren Geschwindigkeiten ist der 75er etwas spritziger weil er kürzer übersetzt ist. Aber auch nur ein wenig. Die meisten werden den Unterschied kaum spüren, daher sollte man sich genau überlegen ob man für die 15 Mehr-PS mehr Geld ausgibt, die wie gesagt sowieso erst oberhalb von 5000 Umdrehungen spürbar werden. Zum Vergleich: Beide Motoren haben 60PS bei 5000 Umdrehungen. Der 75PS hat seine Maximalleistung bei 6200 Umdrehungen. Also ein Hochdrehzahlmotor, der in einem Cityauto eigentlich nix verloren hat.

    Zum Opel-Kommentar: Der Opel 1.4er ist genauso ein stinknormaler MPI wie der Dreizylinder hier im Up. Kein Turbo, keine Direkteinspritzung. Was daran ausgereifter sein soll, ist mir schleierhaft. Der Opel hat mehr Drehmoment, sollte daher spritziger sein (bin den aber noch nicht gefahren !) Der Up hat einen wassergekühlten Krümmer wodurch die Lastanfettung wegfällt – der sollte daher bei hoher Last weniger verbrauchen.

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