Lange Zeit konzentrierten sich Maßnahmen zum Klimaschutz vor allem darauf, zukünftig weniger CO2 zu produzieren. Ab einem gewissen Punkt könnte dies aber nicht mehr genug sein. Ist erst einmal zu viel CO2 in der Atmosphäre, hilft es auch nicht, wenn dann gar kein neues mehr ausgestoßen wird. Doch auch dann gibt es noch Hoffnung: Sogenannte negative Emissionen – es wird also mehr CO2 aus der Luft gefiltert als verursacht wird. Einer Kooperation von zwei Projekten aus Island und der Schweiz ist es nun erstmals gelungen, tatsächlich CO2-Moleküle aus der Atmosphäre zu entfernen. Diese werden dann unterirdisch gespeichert und dort im Idealfall dauerhaft gebunden.


Durch diese Filteranlagen wird das CO2 gebunden. Foto: Julia Dunlop von Climeworks

In der Schweiz wird das Gas in Gewächshäusern genutzt

Die Basis dafür liefert eine Anlage aus der Schweiz. Diese wird auch als CO2-Filter bezeichnet und saugt die Luft aus der Umgebung an. Anschließend wird diese durch einen Filter geleitet, wo eine aminhaltige Flüssigkeit dafür sorgt, dass das CO2 als Salz gebunden wird. Erwärmt man den Filter schließlich auf rund 100 Grad Celsius, kann das gebundene CO2 einfach abgesaugt werden. In der Schweiz wurde das aus der Luft gefilterte Gas dann in ein Gewächshaus geleitet – und sorgte dort dafür, dass die Gurken schneller wuchsen. Negative Emissionen wurden dadurch aber noch nicht erzielt, denn anschließend landete das Klimagas ja doch wieder in der Atmosphäre.

Zunächst werden rund 50 Tonnen CO2 aus der Luft gefiltert

Daher wurde die Hilfe der Isländer notwendig. Auf der kleinen Insel hatten Forscher entdeckt, dass CO2 in Vulkangestein extrem schnell mineralisiert. Bei Tests konnte zwischen 95 und 98 Prozent des unter die Erde gebrachten CO2 auf diese Weise dauerhaft gebunden werden. Die Kombination der beiden Projekte soll nun dazu führen, dass im nächsten Jahr rund 50 Tonnen CO2 aus der Luft gefiltert und dauerhaft gespeichert werden können. Verläuft in dieser einjährigen Testphase alles nach Plan, wird die Anlage danach herauf skaliert, sodass anschließend ein noch größerer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Neben dieser technischen Lösung gibt es auch noch eine natürliche Variante der negativen Emissionen: Die Wiederaufforstung bindet ebenfalls CO2 aus der Atmosphäre.


Via: Gasworld

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