Ende nächsten Jahres geht Deutschlands erster eHighway als Teilstück einer normalen Autobahn in Betrieb. Siemens hat jetzt den Auftrag erhalten, die A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt mit Oberleitungen auszustatten. Genutzt werden kann er von Lkw mit Hybridantrieb. Auf der Teststrecke fahren sie rein elektrisch, außerhalb mit einem Dieselmotor. Stets wird Bremsenergie zurückgewonnen und in der Bordbatterie gespeichert.

Deutschlands erster eHighway; Bild: www.siemens.com/presse

Stromabnehmer sind voll automatisiert

Ähnlich den Oberleitungsbussen, die in drei deutschen Städten eingesetzt werden, bezieht der Hybrid-Lkw seine Antriebsenergie mit Hilfe von Stromabnehmern, die denen von Straßenbahnen und Zügen ähneln, aus der Oberleitung. Sobald die Teststrecke erreicht ist, fahren sie aus und positionieren sich so, dass kein Kurzschluss entsteht. Bei Kurvenfahrten werden sie automatisch nachgeführt. Am Ende der elektrifizierten Strecke verschwinden die Stromabnehmer wieder im Dach der Fahrerkabine. Die deutsche Strecke bei Frankfurt ist mit zehn Kilometern fünfmal länger als eine schwedische nördlich von Stockholm, die vor gut einem Jahr in Betrieb ging. Daneben gibt es noch reine Teststraßen in den USA und Deuschland.

eHighway im Video

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„Innovativer Schwerlastverkehr“

Das Projekt wird Rahmen des von Hessen Mobil geleiteten Verbundprojekts „Elektrifizierter innovativer Schwerlastverkehr auf Autobahnen“ (ELISA) realisiert, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert wird. „Mit dieser Anlage soll der praktische Nachweis der Integrationsfähigkeit von Oberleitungssystemen im Straßenraum erbracht werden“, sagt Gerd Riegelhuth, Abteilungsleiter Verkehr bei Hessen Mobil.
„Mit dem eHighway haben wir erstmals eine wirtschaftlich darstellbare Lösung für einen klimaneutralen Straßengüterverkehr geschaffen“, meint Roland Edel, Technologiechef der Siemens-Division Mobility. Eingesetzt werden Hybridfahrzeuge von Volvo und der Volkswagentochter Scania, die bereits in Kalifornien und Schweden getestet worden sind.

Elektrisch, aber nicht emissionsfrei

Elektrisch betriebene Lkw emittieren zwar keine Schadstoffe, während sie unterwegs sind. Doch bei der Stromerzeugung fallen dennoch welche an. Denn mehr als die Hälfte des deutschen Stroms wird in Kohle- und Erdgaskraftwerken erzeugt. Der Mix wird sich noch verschlechtern, wenn bis 2022 die letzten deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden.
Immerhin ist der Stromantrieb doppelt so effizient wie ein Dieselmotor, sagt Siemens. Das bedeutet, dass nur halb so viel Primärenergie nötig ist.

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