Anfang des Jahres rief Finnland ein Pilotprojekt für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ins Leben. 2.000 finnische Bürger erhalten derzeit über einen Zeitraum von zwei Jahren 560 Euro pro Monat. Das Projekt ist noch nicht alt, aber bereits jetzt sind die Empfänger unterm Strich glücklicher und verfolgen diverse Möglichkeiten mit mehr Motivation als sie hatten, während sie noch traditionelle Sozialleistungen empfingen.


Bargeld
Foto: Michael Kammler

Mehr Motivation bei der Jobsuche

Finnlands Bedingungsloses Grundeinkommen hält, was es verspricht: Die Teilnehmer erhalten die Zahlungen komplett ohne Bedingungen und können das Geld nach Belieben ausgeben. Das Projekt richtete sich ausnahmslos an Arbeitslose. Diese müssen nicht nachweisen, dass sie aktiv nach Arbeit suchen, und sollten sie Arbeit finden, erhalten sie dennoch weiter das Grundeinkommen.

Das Programm läuft nun seit etwa fünf Monaten, und die Initiatoren sprechen bereits von vielversprechenden Ergebnissen. Ein Teilnehmer des Programms sagte gegenüber The Economist, dass er derzeit aktiv nach Arbeit suche und sich dabei deutlich weniger gestresst fühle als zu den Zeiten, als er noch klassische Sozialunterstützung bezog. Auch andere Teilnehmer berichten, dass sie sich insgesamt gelöster fühlen als vorher, was sich auch auf ihre Motivation bei der Suche nach einer Arbeit auswirke.


Das BGE als Innovationsmotor

Es gibt weltweit bereits mehrere Testprojekte zum Bedingungslosen Grundeinkommen, dass von manchen als die Lösung für das Problem der fortschreitenden Automatisierung gesehen wird. Darunter sind Projekte, die von Nonprofit-Organisationen organisiert werden, wie beispielsweise das Bedingungslose Grundeinkommen in Kenya. Andere Projekte werden von Unternehmen organisiert, so etwa ein Pilotprojekt, bei dem die Firma Y Combinator plant, ein Grundeinkommen zwischen 1000 und 2000 US-Dollar im Monat an Teilnehmer in Oakland in Kalifornien auszuzahlen.

Das Projekt in Finnland wird von der Regierung des Landes organisiert. Ähnliche Projekte laufen derzeit auf der Prince Edward Insel sowie in Indien an.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen würde nicht nur die durch die Automatisierung entstehenden Einkommensverluste ausgleichen, sondern Experten glauben auch, dass durch den sinkenden Leistungsdruck und weniger Angst vor Fehlschlägen ein Innovationsmotor geschaffen wird. Wenn Menschen wissen, dass sie ein Sicherheitsnetz haben, auf das sie zurückfallen können, sind sie deutlich mehr gewillt, größere Risiken einzugehen. Ein Effekt, der direkt der Gesellschaft zu Gute kommen würde.

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3 Kommentare

  1. Maurice

    27. Juni 2017 at 16:33

    Auch wenn ich pro BGE bin, halte ich solche Projekte aus drei Gründen für nicht sehr aussagekräftig:

    1) Wer weiß, dass er beobachtet wird, verhält sich anders.

    2) Die Projekte sind zeitlich begrenzt. Jeder Teilnehmer, der ein bisschen in die Zukunft schaut, wird erkennen, dass die Geldquelle bald wieder weg ist und sein Verhalten in der Gegenwart entsprechend ausrichten.

    3) Wenn die Gesamtbevölkerung ein BGE erhält, steigen wahrscheinlich die Preise in vielen Lebensbereichen. Dies ist nicht der Fall, wenn wie bei Pilotprojekten nur ein verschwindend kleiner Teil der Bevölkerung ein BGE erhält.

    Ich finde es aber gut, dass man sich in Finnland mit dem BGE auseinander setzt und hoffe, dass Politiker in Deutschland das auch bald tun.

  2. Naht Sie

    3. Juli 2017 at 23:43

    Wann endlich kommt das BGE auch bei uns?
    Endlich Geld auch ohne Arbeit. Ich bin dabei!

  3. Fridell

    4. Juli 2017 at 01:11

    Bei 560€ pro Monat würde ich mich auch schnellstens nach einem Job umsehen,denn davon lassen sich nicht die
    laufenden Fixkosten bezahlen. Oder ist das Leben in Finland so günstig ?

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