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Hightech-Material: Forscher senken Produktionskosten von Graphen um das Hundertfache

Graphen besitzt einige hochinteressante Eigenschaften. So werden Strom und Wärme darin deutlich besser weitergeleitet als in Kupfer. Außerdem eignet sich das Material besser als Silizium um Daten zu verarbeiten. Aber auch sonst ist Graphen eher ungewöhnlich. Denn der Stoff ist gleichzeitig flexibel, aber auch extrem stabil und zugfest. Bisher allerdings wird das Material noch nicht kommerziell genutzt. Der Grund: Es ist schlicht noch viel zu teuer. Ein Gramm Graphen kostet aktuell etwa 44 Euro. Im thüringischen Rudolstadt entsteht nun aber eine Anlage, in der die Produktionskosten um das Hundertfache gesenkt werden sollen.

Graphene - Material kann Energiegewinnung verdoppeln

Graphen-Struktur

Graphen könnte für bessere Batterien sorgen

Damit wäre der Einsatz von Graphen auch wirtschaftlich sinnvoll. Mögliche Anwendungsbeispiele gibt es dabei viele. So könnten Autoscheiben mit einer dünnen Schicht des Materials besprüht werden. Über diese könnte dann im Winter Wärme geleitet werden, um die Scheiben von Schnee und Eis zu befreien. Die hohe Leitungsfähigkeit könnte zudem zu deutlich effizienteren Batterien führen. Die Stabilität des Rohstoffes wiederum weckt Hoffnungen, stabilere und wetterfestere Baustoffe entwickeln zu können. Finanziert wird der Bau der Produktionsstätte in Thüringen von der australischen Firma Talga Advanced Materials. Diese besitzt in der Nähe der schwedischen Stadt Kiruna Lagerstätten in denen besonders hochgradiges Graphit-Erz abgebaut wird.

Die Industrie zeigt bereits jetzt großes Interesse

Daraus kann dann vergleichsweise einfach Graphen gewonnen werden. Die besondere Beschaffenheit des abgebauten Materials sorgt dabei dafür, dass das Graphen in Thüringen so günstig produziert werden kann. Ausgewählt wurde der Standort dabei aufgrund der Nähe zu den Hochschulen des Landes, die bereits seit einiger Zeit in der Graphen-Forschung tätig sind. Auch anderswo wird derzeit an Möglichkeiten zur Kostenreduzierung bei der Graphenproduktion geforscht. So haben Forscher der University of Glasgow eine Produktionstechnik mit besonders günstigem Kupfer entwickelt, dass Graphen für Anwendungen in der Elektronik immerhin rund 100 mal günstiger macht als bisher. Ist dann erst einmal kostengünstiges Graphen auf dem Markt, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein bis die ersten Unternehmen mit konkreten Anwendungen auf den Markt kommen.

Via: Financial.de

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