Bei der Verbrennung fossiler Energieträger wird CO2 freigesetzt, das dann in die Atmosphäre entweicht. Dort ist es dann mitverantwortlich für den Klimawandel. Ein Forscher der Harverd University hat nun eine Möglichkeit gefunden, dieses Dilemma zu umgehen. Ein von ihm entwickeltes Bakterium nimmt CO2 und Wasserstoff auf und produziert daraus verschiedene Ethanol-Kraftstoffe. Diese können dann verbrannt werden und so zur Energieversorgung beitragen. Auf diese Weise ließe sich eine Art CO2-Kreislauf einrichten: Die Bakterien nehmen CO2 aus der Luft aus und dieses wird während des Verbrennungsprozesses wieder freigesetzt. Anders als bei fossilen Brennstoffen ist die Klimabilanz also neutral. Der Prozess lässt sich zudem beliebig oft wiederholen.


Bild: Pontificia Universidad Católica de Chile, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Bild: Pontificia Universidad Católica de Chile, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Genveränderungen bei den Bakterien sorgen für die Produktion von Ethanolkraftstoffen

In gewisser Weise handelt es sich also um eine Form der Erneuerbaren Energien. Das dabei genutzte Bakterium trägt den Namen Ralston Eutropha und verwandelt das CO2 zunächst in Adenosintriphosphat (ATP) – einen universellen Energieträger innerhalb von Zellen. Anschließend konnten die Wissenschaftler auf frühere Forschungsarbeiten von Anthony Sinskey vom MIT zurückgreifen. Dieser hatte bestimmte Gene identifiziert, die dafür sorgen, dass die Bakterien das ATP in Ethanolkraftstoffe umwandeln und diese anschließend ausscheiden. Durch gezielte Genveränderungen gelang es so, dass die Bakterien in letzter Konsequenz aus CO2 und Wasserstoff einen klimaneutralen Energieträger machen. Dieser muss dann nicht weiter behandelt werden, sondern kann direkt verbrannt werden.

Die so produzierte Energie ist karbonneutral

Die Anwendungsmöglichkeiten eines solchen Bakteriums sind theoretisch natürlich unbegrenzt. Dementsprechend interessiert waren natürlich auch die Medien an den Forschungsergebnissen. Forschungsleiter Daniel G. Nocera legte daher Wert darauf, dass seine Bakterien nur ein Teil der Lösung beim Kampf gegen den Klimawandel sein können: „Sie lösen nicht euer CO2-Problem. Ich nehme CO2 aus der Luft, man verbrennt es und lässt das CO2 wieder frei. Es ist also karbonneutral“, so der Forscher. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen verfolgen auch Wissenschaftler in Aachen: Dort sollen Abgase genutzt werden, um Treibstoff zu produzieren.


Via: Inhabitat

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1 Kommentar

  1. Astrid

    31. Mai 2016 at 12:03

    Ganz einfach könnte man hier sagen: Dieses Bakterium kombiniert Photosynthese (Pflanze produziert Zucker aus CO2 und Wasser) mit alkoholischer Gärung (Hefe-Enzym vergärt Zucker zu Ethanol) und kommt direkt vom CO2 zum Ethanol. Stark vereinfacht – denn wie richtig im Artikel oben erwähnt wird, wird zusätzlich Wasserstoff benötigt. Und sofern dieser nicht CO2-neutral hergestellt wird, ist es der so entstandene Kraftstoff auch nicht.

    Im Artikel ist von „verschiedenen Ethanol-Kraftstoffen“ die Rede. Ethanol ist immer Ethanol – C2H5OH. Es sollte wohl verschiedene Alkohol-Kraftstoffe heißen. Im englischen Originalartikel ist übrigens keine Rede von Ethanol – hier werden nur Isopropanol, Isobutanol und Isopentanol erwähnt.

    Und CO2 wird definitiv nicht in ATP verwandelt! Wie genau der Prozess in der Zelle abläuft, kann ich auch nicht sagen. Das ATP dabei eine wichtige Rolle spielt ist aber einleuchtend.

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