Indien gehörte lange Zeit zu den Bremsern in Sachen Klimaschutz. Inzwischen hat sich das Land aber – ähnlich wie China – zu einem entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel aufgerafft. So sollen zukünftig keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut werden. Außerdem hat sich die indische Regierung verpflichtet, mehr bewaldete Fläche zu schaffen. Wälder wirken nämlich wie eine Art natürlicher CO2-Speicher. Theoretisch lassen sich daher durch Aufforstungsprogramme sogar negative Emissionen erreichen. In diesem Fall würde mehr CO2 aus der Luft gefiltert als produziert wird. Soweit ist man in Indien – und im Rest der Welt – allerdings noch nicht. Die Regierung hat aber mehr als sechs Milliarden Dollar für neue Baumpflanzungen zur Verfügung gestellt.


Foto: Riju Bafna/Facebook

Auch der alte Rekord stammte aus Indien

Ausgegeben wird das Geld durch die einzelnen Bundesstaaten. Im vergangenen Jahr stellten die Einwohner von Uttar Pradesh in diesem Zusammenhang einen Rekord auf: Sie pflanzten in 24 Stunden insgesamt 49,3 Millionen Bäume. Genug für einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde. Wie viel CO2 dadurch tatsächlich eingespart werden kann, wird allerdings erst in einigen Jahren feststehen. Denn noch ist unklar, wie viele der eingepflanzten Setzlinge sich tatsächlich zu stattlichen Bäumen entwickeln. Ihr volles Potential entfalten die Pflanzungen erst im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. Bereits zuvor wurde nun aber im Bundesstaat Madhya Pradesh ein neuer Weltrekord aufgestellt.

Weitere große Aktionen dürften folgen

In nur zwölf Stunden pflanzten dort Beamte gemeinsam mit freiwilligen Helfern stolze 66 Millionen Bäume. Diese neue Rekordmarke muss von den Experten des Guiness Buchs allerdings noch offiziell verifiziert werden. Insgesamt hat sich Indien vorgenommen rund 95 Millionen Hektar Land neu zu bewalden. Um das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes in der Bevölkerung zu steigern, kommt es immer wieder zu solchen öffentlichkeitswirksamen Rekordversuchen. Ministerpräsident Narendra Modi persönlich gehört zu den größten Förderern der Wiederaufforstungsprojekte. Es ist also damit zu rechnen, dass auch zukünftig in Indien Bäume in großer Stückzahl gepflanzt werden. Alleine ist das Land mit diesen Bemühungen nicht: Auch Nordkorea hat auf der Weltklimakonferenz entsprechfnde Maßnahmen angekündigt.


Via: IFL

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1 Kommentar

  1. Konstantin

    13. Juli 2017 at 14:13

    Bäume pflanzen ist ja nett für die Werbung. Statt teures Pflanzgut wäre es jedoch extrem billiger Bäume zu säen. Die wachsen dann auch besser, weil die Wurzeln nie beschädigt waren. Wirkung aufs Klima haben Bäume allemal: Wasser, Humus, Staubbindung etc. Aber die Begründung CO2 ist gaga. Bäume sind CO2 neutral, zumindest auf lange Sicht. Beim Verrotten und / oder Verbrennen wird genauso viel CO2 wieder frei wie beim Wachstum. Und übrigens: Ist den Lesern bekannt, dass Gewächshäuser gerne mit CO2 begast werden, weil die aktuelle Konzentration in der Atmosphäre weit unterhalb des Optimums für Pflanzen ist? So ungefähr dreifache Konzentration wie aktuell wäre wohl optimal für die Pflanzen. Ich lass aber jedem seinen (CO2 ist schlecht fürs Klima-) Glauben, die Fakten der Biologie ändern sich nicht dadurch, dass die Leute sie nicht erkennen oder was anderes glauben.

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