Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie haben digitale Kommunikationstools in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Aktuell werden zumeist Videokonferenzsysteme benutzt. Forscher in aller Welt arbeiten aber bereits an weitergehenden Lösungen. Immer wieder stehen in diesem Zusammenhang sogenannte Hologramme im Fokus. Bei diesen wird nicht einfach ein Bild übertragen, sondern es entsteht eine komplette dreidimensionale Rekonstruktion. Microsoft hat hier unter dem Namen Holoportation bereits eine Lösung entwickelt, die Meetings mit digitalen Hologrammen ermöglicht. Die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen sind allerdings so hoch, dass ein Einsatz in der Praxis noch unrealistisch ist. Forscher an der Universität Glasgow sind nun sogar noch einen Schritt weiter gegangen: Sie präsentierten sogenannte „Pseudo-Hologramme“, die auch ein haptisches Feedback geben. Wer möchte könnte damit also dem virtuellen Kollegen zu Beginn des Meetings die Hand schütteln.


Bild: Ravinder Dahiya / University of Glasgow

Die Pseudo-Hologramme werden mithilfe von gläsernen Pyramiden erzeugt

Vereinfacht ausgedrückt wird bei einem Hologramm das Lichtfeld eines Objekts gespeichert und an anderer Stelle nachgebildet. Dadurch kann der optische Eindruck auch über große Distanzen transportiert werden. Die Idee dazu hatte der Ingenieur Dennis Gábor, der dafür 1971 den Physik-Nobelpreis erhielt. Um ein echtes Hologramm zu erzeugen, wird aber bis heute extrem viel Technik benötigt. Zahlreiche Forscher arbeiten daher an abgespeckten und praktikableren Lösungen. Die nun in Glasgow entwickelten Pseudo-Hologramme beispielsweise entstehen, indem das Ursprungsbild aus verschiedenen Blickrichtungen durch die Scheiben einer gläsernen Pyramide projiziert wird. Für den Betrachter entsteht so eine 3-D-Figur, die im Raum zu schweben scheint. Bis hierhin ist der Ansatz noch nicht besonders revolutionär. Ähnliche Lösungen wurden auch in der Vergangenheit schon vorgestellt. Der Clou besteht nun darin, dass sich innerhalb der Pyramide eine kleine Öffnung befindet.

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Eine Druckluftdüse ermöglicht das haptische Feedback

In diese können die Nutzer ihre Händen stecken. Ein Sensor registriert dann die Handbewegungen und deren Einfluss auf das dargestellte Objekt. So war es im Rahmen einer Demonstration beispielsweise möglich, mit einem virtuellen Basketball zu dribbeln. Eine ähnliche Lösung hatte Microsoft vor einigen Jahren auch schon einmal präsentiert. Die Neuerung nun besteht aber darin, dass der Nutzer auch ein haptisches Feedback erhält. Dieses wird mithilfe einer Druckluftdüse erzeugt, die den Bewegungen der Hand folgt und einen unterschiedlich starken Luftstrom ausstößt. Der Nutzer merkt also, ob er den Ball zuvor hart oder eher leicht auf den Boden geprellt hat. Diese Lösung soll nun noch weiter entwickelt werden. Erste Ideen haben die Forscher bereits. So könnte die Temperatur des Luftstroms variabel gestaltet werden. Dadurch könnte etwa die Temperatur von Oberflächen wiedergegeben werden. Die Zugabe von Düften wiederum könnte ein noch realistischeres Gesamtbild erzeugen.

Via: Singularity Hub

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