Die Ein- und Ausfuhren in den Gazastreifen werden von der israelischen Regierung genau kontrolliert. Selbst Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen müssen daher jeden Sack Zement, den sie in das Gebiet bringen wollen, zuvor genehmigen lassen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Material zweckentfremdet und für den Bau illegaler Tunnel nach Israel genutzt wird. Allerdings sorgt das mühsame Prozedere auch dafür, dass viele zerstörte Häuser nicht wieder aufgebaut werden können. So wurde im März 2015 bekannt, dass es mehr als 9.000 zerstörte Häuser im Gazastreifen gibt – das legal eingeführte Baumaterial aber nur ausreicht, um 200 davon wieder aufzubauen.


Foto: GreenCake
Foto: GreenCake

Schutt und die Asche verbrannter Kohle dienten als Rohmaterialien

Die beiden palästinensischen Studentinnen Majd Mashharawi und Rawan Abddllaht wollten sich mit dieser Situation nicht abfinden und suchten nach Ersatzmaterialien zum Häuserbau. Dabei nutzten sie zwei der Rohstoffe, die im Gazastreifen ohnehin im Überfluss vorhanden sind: Der Schutt von zerstörten Gebäuden und die Asche von verbrannter Kohle. Mehr als ein halbes Jahr lang versuchten sie das ideale Mischungsverhältnis zu finden, um daraus dann letztlich stabile Backsteine für den Häuserbau zu machen. Die meisten Versuche schlugen dabei fehl und die produzierten Steine konnten keine größeren Belastungen aushalten. Inzwischen haben die beiden jungen Frauen aber die richtige Formel gefunden und ein fertiges Produkt entwickelt, das sich reproduzieren und verbauen lässt.

Vor dem Produktionsstart wird internationale Unterstützung benötigt

Die auf diese Weise produzierten Steine bringen sogar noch zwei Vorteile mit sich: Sie sind zum einen leichter als herkömmliche Backsteine und kosten zum anderen auch nur etwa die Hälfte. Ihrem Produkt gaben die beiden Studentinnen nun den einprägsamen Namen GreenCake und hoffen, zeitnah mit der Massenproduktion beginnen zu können. Aktuell fehlen dafür aber noch die finanziellen Mittel. Deswegen haben die beiden eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform Indiegogo ins Leben gerufen. Dort soll Geld gesammelt werden, um eine erste Charge an Steinen produzieren zu können. Später soll sich das Projekt dann durch den Verkauf der Steine selbst tragen.


Via: Inhabitat

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