Solarcontainer versorgen künftig 25 Dörfer in Mali mit Energie und lösen damit alte Dieselgeneratoren ab, die mehr als siebenmal teureren Strom liefern. Dazu stellt das Wittenberger Unternehmen Tesvolt 50 Anlagen bereit, so eine Vereinbarung mit Africa Green Tec, einer Institution mit dem Ziel, ländliche Regionen mit bezahlbarem Strom zu versorgen. Finanziert wird das durch Crowdfunding, also mit dem Geld von Anlegern, die davon durchaus profitieren. Denn Solarstrom ist in Afrika weitaus billiger als Strom aus Dieselgeneratoren, der laut Tesvolt 1,50 Euro pro Kilowattstunde kostet. Strom aus dem Solarcontainer kommt auf gerade mal 20 Cent.


tesvolt
Die 40-Fuß-Container enthalten jeweils eine Photovoltaik-Anlage mit 37 bis 45 kWp und einen 60 kWh-Batteriespeicher

Wasseraufbereitung als zusätzliche Option

Grund für die Diskrepanz ist der aufwändige Transport von Diesel, weil ländliche Regionen über keine ausreichende Verkehrsinfrastruktur verfügen. Solarcontainer produzieren dagegen vor Ort, und das nahezu wartungsfrei. Zu jedem Container gehören Solarmodule mit einer Leistung von 37 bis 45 Kilowatt, die aus dem Boden aufgestellt werden. Der Container selbst enthält die Elektronik, der den Gleichstrom, der aus den Modulen kommt, in Wechselstrom umwandelt. Dazu kommt eine Batterie mit einer Kapazität von 60 Kilowattstunden, die dafür sorgt, dass auch nach Einbruch der Dunkelheit noch Strom zur Verfügung steht. Auf Wunsch kann er mit zusätzlichen Systemen ausgestattet werden, beispielsweise mit einer Aufbereitungsanlage für schadstoffbelastetes Wasser

Die Sonne scheint täglich bis zu neun Stunden

Jedes Dorf erhält zwei Anlagen, die umweltschädliche Dieselgeneratoren ablösen. Dass der Solarstrom trotz der Anfangsinvestition für die Fotovoltaikanlage und den Container in Höhe von 150.000 Euro so billig ist liegt daran, dass die Ausbeute an Solarstrom in Mali weitaus höher ist als etwa in Deutschland. Die Sonne scheint ganzjährig zwischen neun und sieben Stunden pro Tag.


Bei Tagestemperaturen von bis zu 45 Grad Celsius ziehen viele Bürger des Landes es vor, körperliche Arbeit am Abend zu verrichten. Bisher war das wegen des teuren Dieselstroms ein Luxus. Jetzt können sich das weitaus mehr Menschen leisten.

Strom- und Speichersystem im Video erklärt

„Unsere Speicher haben eine lange Lebensdauer“, sagt Simon Schandert, Technikchef bei Tesvolt. Das liege an einem intelligenten Energiemanagementsystem, das für eine optimale Be- und Entladung des Speichers sorgt. Die Container sind klimatisiert, damit die Elektronik nicht leidet. Die dazu nötige Energie liefern ebenfalls die Solarmodule.

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