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Bis zu 15 Millimeter pro Jahr: Thermometereffekt lässt Meeresspiegel stärker ansteigen als gedacht

Der Meeresspiegel steigt an, das ist unstrittig. Schuld daran ist die weltweite Erwärmung – gerade ist das seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen wärmste Jahr der Geschichte zu Ende gegangen. Bisher sahen Fachleute und Laien vor allem das Schmelzen von einst ewigem Eis und vieler Gletscher als Ursachen. Falsch, sagt ein Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn. Hauptursache ist die Ausdehnung des Wassers in den Ozeanen, weil es sich auf Grund des Klimawandels erwärmt. Roelof Rietbroek vom Institut für Geodäsie und Geoinformation spricht vom „Thermometereffekt“. Wasser dehne sich bei Erwärmung ebenso aus wie Quecksilber in einst gebräuchlichen Thermometern.

Ozean

Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

US-Westküste ist nicht betroffen

Der Thermometereffekt trägt mit 1,4 Millimetern pro Jahr zu rund 50 Prozent zum Anstieg des Meeresspiegels von durchschnittlich 2,74 Millimetern pro Jahr bei. Bisher war man von 0,7 Millimetern ausgegangen, oder einem bisschen mehr. Wobei es zu regionalen Unterschieden kommen kann, weil das Meer unterschiedlich stark erwärmt wird und der Ausgleich über die ganze Welt Jahre in Anspruch nimmt. Ein Anstieg von mehreren Millimetern jährlich sei in Tiefseezonen keine Seltenheit, so der Bonner Wissenschaftler. Die Philippinen halten mit rund 15 Millimeter jährlich den Rekord, während an der Westküste der USA weitgehend Stillstand herrscht, weil sich das Meer dort kaum erwärmt.

Der Meeresspiegel wird mit Satelliten vermessen

Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam und des auf Meeresforschung spezialisierten Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven berechneten die Bonner Geodäten aus den Erdschwerefelddaten der Grace-Satelliten und der Meereshöhenmesser an Bord der Satelliten Jason-1 und Jason-2 die Veränderungen des Meeresspiegels. Aufgrund der neuen Erkenntnisse lassen sich Vorsorgemaßnahmen wie Deichbauten jetzt besser planen, weil sich ausrechnen lässt, in welchen Regionen über die Jahrzehnte mit einem überdurchschnittlichen Anstieg des Meeresspiegels zu rechnen ist. Außerdem ist weitere Forschungsarbeit nötig, weil es kaum Daten zur Erwärmung der Tiefsee durch einen Temperaturanstieg in den oberen Schichten gibt. „Die physikalischen Ausdehnungsprozesse in der Tiefsee sind bisher nur mangelhaft berücksichtigt“, sagt der Geodät der Universität Bonn. Sie spielten aber bei der Abschätzung der Klimafolgen eine entscheidende Rolle.

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1 Kommentar

  1. Franz Peter JELLY

    wenn wir die Umweltkriterien nicht erfüllen werden wir in Kürze einige Länder komplett verlieren,
    oder wir “ bauen Wälle an den Küsten “ sonst saufen wir ganz einfach ab ! ?

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