Historisch betrachtet haben die afrikanischen Staaten die geringste Schuld am Klimawandel. Die wahren Klimasünder sitzen eher in Nordamerika, Europa und Asien. Weil die Folgen der Erderwärmung aber alle Staaten dieser Welt betreffen, beteiligen sich auch die afrikanischen Staaten an den Anstrengungen, den weltweiten Temperaturanstieg zu begrenzen. Ihr Beitrag dabei: Die Wiederaufforstung riesiger Flächen. Die dort gepflanzten Bäume nehmen dann CO2 auf und verhindern so, dass dieses in die Atmosphäre gelangt. Wälder gelten daher als eine Art natürlicher CO2-Speicher – allerdings ist die Zahl der bewaldeten Flächen in vielen Teilen der Welt weiterhin rückläufig. In Afrika möchte dies die „African Forest Landscape Restoration Initiative“ nun ändern.


Ein Wiederaufforstungsprojekt in Burkina Faso
Ein Wiederaufforstungsprojekt in Burkina Faso

Äthiopien und die Demokratische Republik Kongo gehören zu den ambitioniertesten Staaten

Erklärtes Ziel dabei ist die Wiederaufforstung von insgesamt 100 Millionen Hektar Land. Insgesamt haben bereits zehn afrikanische Länder ihre Unterstützung für das Projekt bekannt gegeben. Zu den ambitioniertesten Staaten gehören Äthiopien, wo 15 Millionen Hektar bewaldet werden sollen und die Demokratische Republik Kongo, die rund acht Millionen Hektar zur Verfügung stellt. Finanziert wird die Initiative dabei teilweise durch internationale Geldgeber und teilweise durch private Investitionen. Der Plan sieht aktuell vor, dass rund eine Milliarde Dollar von der Weltbank und anderen internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt wird. Auch das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und internationale Zusammenarbeit hat bereits Unterstützung zugesagt.

Insgesamt könnten bis zu 700 Millionen Hektar bewaldet werden

Weitere 540 Millionen Dollar stammen den Plänen zufolge von privaten Firmen. Die Phase der Wiederaufforstung soll dann bereits im Jahr 2030 abgeschlossen sein. Der ehemalige Premierminister des Niger, Dr. Ibrahim Assane Mayaki, sieht zudem noch erheblich mehr Potential. „Wir wissen, dass Wiederaufforstung in Afrika funktionieren kann. Wir haben es in so verschiedenen Ländern wie Malawi, Äthiopien und Mali gesehen. Aber wir müssen die Wiederaufforstung auf den ganzen Kontinent ausweiten – mehr als 700 Millionen Hektar in Afrika haben das Potential zur Wiederaufforstung“, so der Politiker. Er hofft daher, dass sich noch zahlreiche weitere Staaten der AFR100-Initiative anschließen werden.


Via: World Ressource Institute

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2 Kommentare

  1. werner

    29. März 2016 at 10:49

    Im zweiten Absatz sollte es wohl “ 100 MILLIONEN Hektar Land“ heissen.

  2. Tobi

    31. März 2016 at 11:47

    Die Industriestaaten sind natürlich zu 99,9% verantwortlich. Aber was möglich ist und letztendlich tatsächlich realisiert wird bei der Aufforstung steht auf einem ganz anderen Blatt und Lippenbekenntnisse sind keinerlei Garant.

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