Die erste gedruckte Brücke, die während der Herstellung mit einer Stahlarmierung versehen wird, entsteht in der niederländischen Stadt Eindhoven. Ingenieure der dortigen Technischen Universität und des weltweit agierenden niederländischen Bauunternehmens BAM haben die Brücke entwickelt. Sie wird, anders als bisherige Bauteile dieser Art wie eine stählerne Brücke in Amsterdam nicht vor Ort gedruckt, sondern in mehreren Teilen vorgefertigt. In Gemert, einer Kleinstadt nahe Eindhoven, wird sie dann zusammengesetzt. Sie besteht aus mehreren Segmenten, die von der Seite betrachtet aus eine oberen Fläche besteht, der späteren Fahrbahn, und einem grazilen Stützwerk, das aus geschlängeltem Beton besteht, der die Form von Achten hat.


Der Spritzroboter bei der Arbeit. Zu sehen sind die geschlängelte Stützkonstruktion und die durchgehende spätere Fahrbahn (Foto: TUE)

Erfolgreicher Test mit einer kleineren Brücke

Eine Forschergruppe um Theo Salet, Professor für Betonkonstruktionen, hat in den vergangenen Monaten eine gleich geformte Brücke im Maßstab eins zu zwei gebaut – das Original, das bis September fertig sein soll, ist acht Meter lang und 3,5 Meter breit. Sinn der Sache: Salet wollte beweisen, dass die Brücke tatsächlich den vorgesehenen Belastungen standhält. Sie ist für Fußgänger und Radfahrer gedacht. Ein Gewicht von 2000 Kilogramm hielt sie locker aus.


Die Segmente der Brücke werden scheibchenweise aufgebaut. Jede Lage ist nur einen Zentimeter dick. Wenn der schnell aushärtende Beton abgebunden hat folgt die nächste Schicht. Der Roboter legt auch selbstständig die Stahlseile, die das Bauwerk zur Spannbetonbrücke macht. Die Düse, aus der der Betonstrahl schießt, ist übrigens auch per 3D-Druck hergestellt worden.

Die Form lässt sich beliebig wählen

Diese Bauweise hat mehrere Vorteile. Es sind beliebige Formen möglich. Beim herkömmlichen Gießen gibt die Verschalung die Form vor. Da sie beim Drucken überflüssig ist fällt kein Abfall an. Zudem ist Drucken schneller als herkömmliches Gießen, das langwieriger Vorbereitungen bedarf. Da weniger Beton benötigt wird als bei herkömmlicher Bauweise fällt weniger Kohlendioxid an. Das wird frei beim energieaufwändigen Brennen von Zement, eine der Hauptbestandteile von Beton.

Im September, so sieht es der Zeitplan vor, soll BAM die Segmente vor Ort zusammenkleben und mit den zwischenzeitlich aus Beton gegossenen Stützlagern verbinden. Die Brücke ist Teil einer Ringstraße rund um Gemert.

via TU Eindhoven

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