Bisher gibt es noch keinen offiziell zugelassenen Impfstoff gegen Malaria. Zwar können Reisende, die in Risikogebiete fahren, eine Malaria-Prophylaxe absolvieren. Diese kann allerdings erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Deswegen konzentriert sich die Bekämpfung der Krankheit vor allem darauf, die Übertragung des Krankheitserregers auf den Menschen zu verhindern. Dabei gibt es einige konventionelle Ansätze – beispielsweise der Einsatz von Moskitonetzen. Doch trotz großer Fortschritte im Kampf gegen Malaria sterben nach Angaben der Vereinten Nationen noch immer rund eine Millionen Menschen jährlich an der Tropenkrankheit. Viele Forscher hoffen nun aber darauf, mit Hilfe von Genveränderungen bei den Moskitos Malaria endgültig besiegen zu können.


Eine Anopheles Stechmücke saugt Blut aus der Haut
Die Stechmücke Anopheles überträgt Malaria.

Ausrottung der Moskitos bringt neue Probleme mit sich

So verfolgen Forscher des „Imperial College London“ beispielsweise den Ansatz, den Gencode der Moskitos so zu verändern, dass sie sich nicht dauerhaft fortpflanzen können. Auf diese Weise könnte es gelingen, Moskitopopulationen drastisch zu reduzieren oder gar komplett auszurotten. Dies bringt allerdings neue Probleme mit sich. So ist es einerseits immer problematisch, von Menschenhand in das Ökosystem einzugreifen. Denn dadurch gerät dieses aus der Balance – was unabsehbare Folgen haben kann. Zudem ist der Erfolg zumeist nur zeitlich begrenzt, weil langfristig schlicht neue Moskitos einwandern. Wissenschaftler der „University of California“ setzen daher auf eine andere Methode: Sie wollen die Moskitos gegen den Malaria-Erreger immunisieren.

Immunisierte Moskitos stellen keine Gefahr mehr dar

Dazu werden die Gene der Moskitos so verändert, dass sie Antikörper gegen den Malariaerreger produzieren. Dieser kann sich dann nicht mehr einnisten und dementsprechend auch nicht auf den Menschen übertragen werden. Die Forscher haben dabei zudem dafür gesorgt, dass sich die Genveränderung auch auf natürliche Weise ausbreitet: Denn bei der Fortpflanzung geht die Fähigkeit zur Antikörperproduktion sowohl auf den Partner, als auch auf den Nachwuchs über. Im Labor konnte das Verfahren bereits erfolgreich an der Anopheles stephensi Mücke getestet werden. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass noch weitere Forschung nötig ist, bevor erste Feldversuche in der Natur unternommen werden können.


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