Auch in Deutschland erfreuen sich Drohnen bei Privatpersonen immer größerer Beliebtheit. Während der Flüge sind allerdings einige rechtliche Vorgaben zu beachten. So existiert rund um Flughäfen beispielsweise eine Sperrzone. Kann die Drohne zudem Bilder oder Videos aufnehmen, dürfen Privatgrundstücke nur mit ausdrücklicher Genehmigung überflogen werden. Andernfalls dürfen die Grundstücksbesitzer angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen. Im Rahmen einer Einzelfall-Entscheidung segneten Richter dabei sogar schon den Einsatz eines Luftgewehrs ab. In diesem konkreten Fall blieb der Drohnenpilot auf den Kosten von 1.500 Euro sitzen. Noch viel teurer können Verstöße gegen die rechtlichen Vorschriften in den Vereinigten Staaten werden. Denn dort kümmert sich die Luftfahrtbehörde FAA um die Einhaltung der Regeln – und schreckt auch vor empfindlichen Geldstrafen nicht zurück.


Law Gavel
Foto: Justice Gavel, Tori Rector, Flickr, CC BY-SA 2.0

Youtube-Videos belegen die Vorwürfe

Im US-Bundesstaat Pennsylvania beispielsweise soll ein Drohnenpilot nun stolze 182.000 Dollar zahlen. Begründet wird diese Forderung gleich mit einer ganzen Reihe an Verstößen. So wurde die Drohne ohne Genehmigung in kontrolliertem Luftraum geflogen. Außerdem kam sie auch bei widrigen Wetterbedingungen und in der Nähe von Wohngebäuden zum Einsatz. Beides ist in Philadelphia nicht erlaubt. Auch der eigentlich vorgeschriebene Sichtkontakt zwischen Pilot und Flugobjekt wurde nicht immer sichergestellt. Mehr noch: Teilweise soll die Verbindung zur Drohne sogar absichtlich unterbrochen worden sein, um besonders spektakuläre Bilder zu erhalten. Insgesamt listete die Behörde Verstöße gegen zwölf unterschiedliche Auflagen auf. Die Beweisführung erwies sich teilweise als denkbar einfach: So mussten die Beamten lediglich die von dem Piloten selbst ins Netz gestellten Youtube-Videos auswerten.

Warnungen wurden konsequent ignoriert

Die so gewonnenen Informationen glichen sie dann noch mit anderen Daten ab – etwa den meteorologischen Berichten der Flughäfen. Ein spezialisierter Anwalt, der Einblick in die Strafverfügung erhielt, bescheinigte den Beamten daher, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Die Hohe Geldstrafe kam auch deshalb zustande, weil der Drohnenpilot vorherige Versuche der Kontaktaufnahme ignorierte. So erhielt er im Oktober und November 2019 bereits entsprechende Schreiben der FAA. In diesen wurde auf die Verstöße hingewiesen. Außerdem war Informationsmaterial über die korrekte Nutzung von privaten Drohnen enthalten. Weil sich das Verhalten aber nicht änderte, griffen die Beamten nun zu drastischeren Mitteln. Bisher ist nicht bekannt, ob der Drohnenpilot gegen den Strafbescheid vorgehen wird. Ganz ohne Erfolgsaussichten ist dies nicht: Das Chicagoer Unternehmen Skypan sollte im Jahr 2015 sogar 1,9 Millionen Dollar zahlen. Später einigte man sich dann auf rund 200.000 Dollar.


Via: Der Standard

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