Zu Beginn waren die Gründer des Unternehmens PAL-V ein bisschen zu optimistisch: Sie kündigten an, dass ihr fahrbarer Tragschrauber im Jahr 2018 an die Kunden ausgeliefert werden sollte. Dieses Datum allerdings verstrich ereignislos. Inzwischen kann die Firma aber immerhin einen wichtigen Meilenstein vorweisen: Das von ihr entwickelte Flugauto Liberty ist nun in der Europäischen Union offiziell zugelassen. Allerdings gilt dies zunächst nur für den klassischen Straßenverkehr. Allein dies nahm aber schon mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. So fanden die ersten Testfahrten bereits im Jahr 2009 statt. Die finale Zulassungsprüfung begann dann aber erst im Februar 2020. Die Verzögerung hängt damit zusammen, dass es sich um ein vollkommen neues Transportmittel handelt. Die Prüfer konnten also nicht auf bereits vorhandene Erfahrungswerte zurückgreifen.


Bild: PAL-V

Für die Flugzulassung müssen 1.200 Testberichte ausgefüllt werden

Die gleiche Problematik dürfte auch bei der nun anstehenden Genehmigung durch die Europäische Agentur für Luftsicherheit (EASA) auftreten. Auch diese wurde bereits im Jahr 2009 erstmals kontaktiert. Das Unternehmen wertet es als gutes Zeichen, dass der Genehmigungsprozess seitdem nicht abgebrochen wurde. Im nächsten Jahr sollen daher nun endlich die ersten offiziellen Flugtests stattfinden. Läuft dabei alles nach Plan, könnten ein Jahr später dann tatsächlich die ersten fliegenden Autos ausgeliefert werden. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. Den Angaben des Unternehmens zufolge müssen mindestens 150 Flugstunden absolviert und 1.200 Testberichte ausgefüllt werden. Gleichzeitig muss das Unternehmen darauf achten, dass Anpassungen, die gemacht werden, um die Fluglizenz zu erhalten, nicht zum Verlust der Straßenzulassung führen.

Eine Tankfüllung reicht für 500 Flugkilometer

Der Tragschrauber Liberty bietet Platz für zwei Personen. Die Besonderheit besteht darin, dass die Rotoren eingeklappt werden können. Anschließend lässt sich das Fahrzeug dann wie ein Auto steuern. Getankt wird klassisches Benzin oder ein Biokraftstoff. Eine Tankladung soll dabei auf der Straße für bis zu 1.315 Kilometer reichen. In der Luft liegt der entsprechende Wert bei 500 Kilometern. Damit unterscheidet sich der PAL-V Liberty deutlich von den aktuell an vielen Orten entwickelten Flugtaxis. Denn diese setzen in der Regel auf einen Elektroantrieb und deutlich kleinere Reichweiten. Ganz preiswert wird die Anschaffung allerdings nicht werden. Die Standardversion namens PAL-V Liberty Sport wird stolze 299.000 Euro kosten. Noch tiefer in die Tasche greifen muss man für die limitierte „Pioneer Edition“: Diese kostet 500.000 Euro.


Via: PAL-V

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