Ein Schottergarten ist vor allem eines: pflegeleicht. Zumindest dann, wenn die Steine vorher mit einer Folie oder mit Beton unterlegt wurden, um jeden Pflanzenbewuchs zu verhindern. Das berüchtigte Unkrautzupfen gehört in diesem Fall für alle Zeiten der Vergangenheit an. Leider ist die Fläche für die Natur dann komplett verloren – und das behagt einigen Städten in Deutschland überhaupt nicht.


Von BBirkeEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Schottergärten versus bepflanzte Flächen

Der Schottergarten bietet keine Nahrungsgrundlage mehr für Insekten, er ist den arg geplagten Bienen keine Hilfe. Außerdem sorgt er dafür, dass sich die Sommerhitze in den Siedlungen noch besser stauen kann. Die Schottersteine nehmen die Sonnenwärme auf und geben sie wieder an die Umgebungsluft ab, Verdunstungskälte entsteht nicht. Ganz anders geht es in einem bepflanzten (Vor)garten zu: Hier summt und brummt es fleißig, Hummeln und Schmetterlinge sammeln Nektar und die Pflanzen verdunsten Feuchtigkeit, die wiederum die Luft kühlt. Das Regenwasser versickert zudem zügig, während es sich in den Schotterwüsten immer mal wieder staut.

Erlangen regelt auch Begrünung von Flachdächern und Fassaden

Die Stadt Erlangen hat eine neue Freiflächengestaltungssatzung erstellt, die bei Neu- und Umbauten Schottergärten verbietet. Und nicht nur das: Auch fensterlose Fassadenflächen und Flachdächer müssen von nun an begrünt werden. Baureferent Josef Weber bezeichnet seine Stadt als »Vorreiter in Bayern«. Vorher haben es die Stadtväter noch mit freundlichen Appellen an die Bürger versucht, doch damit sind sie leider gescheitert. Nun soll es das Gesetz richten.


Gesetzlicher Druck versus Beratung und Förderung

Die neue Regelung wurde mit großer Mehrheit im Stadtrat angenommen. Diejenigen, die dagegen stimmten, lehnen allerdings die tristen Schottergärten ebenfalls ab. Sie wollten jedoch lieber auf freiwillige Beratungen und Förderprogramme setzen und ein gesetzliches Verbot vermeiden.

Ähnliche Gesetze wurden bereits in Paderborn und Dortmund verabschiedet, und auch Bremen war ein gutes Stück schneller als Erlangen. Trends der Zukunft berichtete vor einigen Monaten über die Aktion »Gärten des Grauens«, die auf die wachsenden Probleme durch Schottergärten aufmerksam machen möchte.

Quelle: br.de

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