Dass das Great Barrier Reef bedroht ist, ist kein neuer Zustand. In den letzten 30.000 Jahren stand das große Riff vor der Nordostküste Australiens mehrfach kurz vor der Ausrottung und konnte sich dennoch immer wieder erholen. Ein Grund zur Entwarnung ist das jedoch nicht. Laut einer Studie ist die aktuelle Bedrohung durch den Klimawandel die größte Gefahr, der sich das Great Barrier Reef je ausgesetzt sah.


Bild: „Amazing Great Barrier Reef“, Sarah Ackermann, Flickr, CC BY-SA 2.0

Korallen sind anpassungsfähig

Fünf Mal musste sich das Great Barrier Reef in den letzten 30.000 Jahren von einem nahezu vollständigen Kollaps erholen. Australischen Forschern zufolge starb das große Korallenriff mehrfach auf Grund von Schwankungen des Meeresspiegels fast komplett ab. Es habe sich aber bisher immer wieder erholen können, so die Forscher.

Grund dafür waren auch damals Klimaveränderungen, die dazu führten, das große Teile des Riffs entweder zu tief unter Wasser gerieten oder oberhalb des Meeresspiegels endeten. Das Riff reagierte, indem sich die Korallen daraufhin weiter aufs Meer raus oder in Richtung Land ausbreiteten – das Riff verschob sich sozusagen. Laut den Wissenschaftlern können die Korallen pro Jahr zwischen 20 Zentimetern und anderthalb Metern wandern.


Das Great Barrier Reef stirbt

Damit ist aber noch nicht gesagt, dass die Widerstandsfähigkeit des Great Barrier Reef auch ausreicht, um der massiven Gefahr zu begegnen, die der aktuelle Klimawandel darstellt. Das Problem sei, dass die Bedingungen wie die Wassertemperatur und der pH-Wert sich derzeit einfach zu schnell ändern, so die Forscher. In dieser Geschwindigkeit haben sich die Korallen des Riffs noch nie anpassen müssen.

Ich habe große Bedenken, dass das Riff in seiner jetzigen Form das Tempo der Veränderungen überlebt, die durch die zahlreichen Stressfaktoren ausgelöst werden, die schon wirken oder in naher Zukunft noch dazukommen„, erklärt die Wissenschaftlerin Jody Webster von der Universität Sydney.

Auf einer Länge von 2300 Kilometern beherbergt das Great Barrier Reef eine einzigartige Flora und Fauna und gehört seit 1981 zum Weltkulturerbe. Die Klimaveränderungen der letzen Jahrzehnte und die damit verbundene Erhöhung der Wassertemperatur hat zu einer gefährliche Korallenbleiche geführt. Außerdem wird das Riff durch korallenfressende Seesterne bedroht, deren Vermehrung durch Abwässer aus der Landwirtschaft begünstigt wird. Wissenschaftler fordern lautstark drastische Schutzmaßnahmen, da das Riff sonst nicht mehr zu retten sei.

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