Wir haben viele Wochen der Isolation hinter uns. Es gibt sicher genug Menschen, die damit emotionale Probleme hatten – und vielleicht sogar noch haben. Eine schwierige Zeit also, die sich nicht nur in unserer Psyche widerspiegelt, sondern offensichtlich auch im Gehirn. Die Hirnaktivitäten einsamer Menschen zeigen eine deutliche Entkopplung des »Selbst« von »Anderen«, das stellten US-amerikanische Forscher fest.


Einsamkeit lässt nicht nur das Herz bluten

43 Menschen nahmen an der Studie teil

Meghan Meyer vom Dartmouth College und Andrea Courtney von der Stanford University nahmen sich 43 erwachsene Personen vor und untersuchten ihre Hirnaktivität mit Hilfe der funktionalen Magnetresonanz-Tomografie. Die Probanden sollten während ihrer Untersuchung an enge Freunde oder an Prominenten denken. Auch sich selbst und ihre eigenen Eigenschaften sollten sie sich ins Gedächtnis rufen. Durch die Hirnscans kam heraus, dass jede Personengruppe in den grauen Zellen einen eigenen Schaltkreis aktiviert. Wer an einen vertrauten Menschen denkt, dessen Gehirn zeigt ähnliche Muster wie beim Nachdenken über sich selbst. Fremde »Promis« erzeugen hingegen ganz andere Hirnströme mit viel weniger Ähnlichkeit.

Bei einsamen Menschen zeigt sich die Isolation im Gehirn

Einsame Studienteilnehmer zeigten auch einsamere Hirnströme im präfrontalen Cortex. Die Schaltkreise waren von anderen Aktivierungsmustern stärker getrennt als bei Menschen, die sich insgesamt gut in die Gesellschaft integriert fühlen. Die Muster des »Selbst« und der »Freunde« sind sich hier auch viel weniger ähnlich. Das Gefühl der Isolation ist also sogar körperlich verankert und beschränkt sich nicht allein auf die Seele.


„Unser Gehirn unterhält demnach sowohl Information über soziale Kategorien wie auch über die Verbundenheit mit uns selbst“, erklären die beiden Wissenschaftlerinnen. Natürlich besteht jetzt noch die Frage, ob die Einsamkeit tatsächlich die Ursache für die »isolierten« Hirnströme ist – oder ob es sich vielleicht sogar umgekehrt verhält. Die Forschungsergebnisse wurde im »Journal of Neuroscience« veröffentlicht.

Quelle: scinexx.de

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