2018 war ein echtes Rekordsommer. Leider in eher negativer Hinsicht. Die warme Jahreszeit dauerte meteorologisch betrachtet sehr lange und war zudem auch extrem trocken. Diese Trockenheit hat die Wälder in Mitteleuropa stark geschwächt und wird noch über Jahre hinweg Baumsterben zur Folge haben.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Der Rekordsommer 2018

Unter Meteorologen gilt der Sommer 2018 als einzigartig. Seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert war er einer der heißesten, trockensten und sonnigsten Sommer, die je dokumentiert wurden. Insbesondere machte sich der Mangel an Niederschlag bemerkbar, der bis spät in den Herbst hinein andauerte. Die Folgen dieses Rekordsommers sind auch zwei Jahre später noch bemerkbar. In tieferen Bodenschichten herrscht auch heute noch in weiten Teilen Deutschlands eine Dürre. Besonders die Wälder in Mitteleuropa leiden besonders unter dieser Trockenheit, wie eine Studie von einem Team rund um Bernhard Schuldt von der Universität Würzburg zeigen konnte.

Die Daten der Forscher bestätigen, dass der Sommer 2018 sogar extremer war als der sogenannte „Jahrhundertsommer“ aus dem Jahr 2003. Die Waldökosysteme sind entsprechend stark geschädigt worden. Zwischen April und Oktober, in der Wachstumsperiode der Wälder, lag die Temperatur im Schnitt 3,3 Grad Celsius über der von 2003. Hinzu kam, dass im Frühling und Sommer im Schnitt 110 Liter Regen weniger als normal fielen. Die direkten Folgen waren schon im Sommer ersichtlich: Viele Baumarten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigten dürrebedingte Stressymptome, darunter Laubverfärbung und welkendes Laubwerk.


Folgen der Dürre über Jahre spürbar

Von den Folgen der Dürre waren nicht nur Baumarten wie Fichten betroffen, die generell als empfindlich gegenüber Trockenheit gelten. Auch die Buchen verfärbten sich teilweise bereits im Juni verfärbten und kahl wurden. Es kam zu flächendeckendem Baumsterben. Geschätzt fielen der Trockenheit mehrere Millionen Bäume zum Opfer, die eine Gesamtfläche von etwa 2450 Quadratkilometer bedecken würden. Später waren auch als widerstandsfähig geltende Arten wie Kiefer oder Eichen betroffen.

Auch im Folgejahr konnten sich die Baumbestände kaum erholen. Schlimmer noch, das Baumsterben setzte sich 2019 teilweise fort, da die Dürre aus dem Vorjahr einige Bäume so geschwächt hatten, dass sie sich nicht erholen konnten.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Folgen der Dürre von 2018 noch über Jahre zu spüren sein werden. Ihre Untersuchung deute darauf hin, dass viele mitteleuropäischen Baumarten empfindlicher auf Dürren und Hitzestress reagieren als bisher angenommen.

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